22:05 16 November 2019
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    Mitarbeiter auf der Erdölraffinerie von Saudi Aramco nach den Angriffen (Archiv)

    Rosneft-Chef: Aus Syrien geflüchtete Kämpfer können hinter Angriffen auf saudische Ölanlagen stehen

    © AP Photo / Amr Nabil
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    Igor Setschin, der Chef des russischen Ölkonzerns Rosneft, hat nicht ausgeschlossen, dass hinter den Angriffen auf Ölraffinerien in Saudi-Arabien im September Kämpfer gesteckt haben, die sich angesichts der russischen Aktivitäten in Syrien unter anderem in Richtung Irak begeben haben. Dies meldet die Agentur RIA Novosti am Donnerstag.

    „Die erfolgreichen Aktionen der Russischen Föderation in Syrien haben Teile der Terrormiliz gezwungen, den Standort zu wechseln, indem sie in die Nachbarländer, darunter in den Irak, verdrängt wurden. Sie haben dann vermutlich vor kurzem die Attacke auf die Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien initiiert“, sagte Setschin bei seinem Auftritt auf dem Eurasischen Wirtschaftsforum im italienischen Verona.

    Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen

    Am 14. September trafen Drohnenangriffe die Ölraffinerien des saudischen Konzerns Saudi Aramco in Abqaiq und Churais. Das Land war daraufhin gezwungen, seine Ölproduktion zu halbieren. Zu den Attacken bekannten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen, gegen die eine von Riad angeführte Koalition kämpft. Nichtdestotrotz behauptet eine Reihe von Staaten, darunter auch die USA und Deutschland, hinter den Angriffen stehe der Iran. Kurz nach den Attacken verhängte Washington deswegen weitere Sanktionen gegen das Land.

    Setschin hat diese Strafmaßnahmen ebenfalls thematisiert. Die USA seien zum Hauptnutznießer geworden: Ihre Öllieferungen an die EU seien 2018 um das 2,5-fache gestiegen, so der Rosneft-Chef. 

    „Die USA haben 2018 ihre Öllieferungen in die EU um das 2,5-fache erhöht, diese sind von 9 auf 23 Millionen Tonnen gestiegen. Sie waren der Hauptnutznießer der Sanktionsbeschränkungen auf dem europäischen Markt“, so Setschin weiter.

    Ihm zufolge dehnen die Vereinigten Staaten den Geltungsbereich ihrer Gesetze tatsächlich auf andere Länder aus, darunter die Europäische Union (EU), die gezwungen ist, die Sanktionspolitik der USA einzuhalten.

    Die Ölimporte aus dem Iran in die EU im Jahr 2018 seien um ein Drittel zurückgegangen, also um 32,3 Prozent, und 2019 würden sie weiter zurückgehen.

    „Wir betonen, dass die Aufhebung des Iran-Deals ein schwerer Schlag für die Versorgungssicherheit in Bezug auf den Nahen Osten darstellt, und wir müssen die Verluste des globalen Energiemarkts wegen einer solchen Entscheidung erst noch bewerten“, fügte Setschin hinzu.

    Atomabkommen mit dem Iran

    Die 5+1-Staaten (UN-Vetostaaten und Deutschland) und der Iran hatten im Juli 2015 ein Abkommen vereinbart. Der Iran verpflichtete sich, wesentliche Teile seines Atomprogramms zu beschränken. Im Gegenzug wurden Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben. Anfang Mai 2018 hatte der US-Präsident angekündigt, dass die USA sich aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückziehen würden. Donald Trump hatte erneut die umfassenden Sanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt, die vorher als Folge des gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPoA) ausgesetzt worden waren.

    pd/sb/sna/

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    Tags:
    Gesetze, Aufhebung, Syrien, Terrormiliz, Sanktionen, Iran, Drohnenangriff, Saudi-Arabien, Igor Setschin