22:26 16 November 2019
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    Russlands Präsident Wladimir Putin (r.) und sein Amtskollege aus der Zentralafrikanischen Republik Faustin Archange Touadéra in Sotschi

    Zentralafrikanische Republik erwägt Errichtung von russischer Militärbasis

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    Politik
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    Die Zentralafrikanische Republik erwägt laut den Aussagen ihres Präsidenten, Faustin Archange Touadéra, die Möglichkeit des Aufbaus eines russischen Militärstützpunktes.

    „Wir arbeiten weiter mit dem nationalen Verteidigungsministerium und mit dem russischen Verteidigungsministerium an dieser Frage, um Möglichkeiten zu studieren“,  sagte der Staatschef gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti.

    Von der möglichen Errichtung einer russischen Militärbasis hatte zuvor die Verteidigungsministerin der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), Marie-Noelle Koyara, gesprochen. Im Januar sagte sie, das wäre möglich, im Rahmen eines Militärvertrags, den Russland und die ZAR im August 2018 unterzeichnet hatten.

    Auf der Basis dieses Abkommens wurde in Berengo ein Zentrum errichtet, wo Soldaten mit Hilfe russischer Instrukteure lernen, mit Waffen umzugehen. Zudem werden sie in Kampftechniken ausgebildet.

    Bitte um Abschaffung von Waffenembargo

    Ferner sagte Touadéra: „Die jüngste Entwicklung von Ereignissen führte zur Erleichterung der Situation, aber wir brauchen keine Erleichterung. Eine vollständige Embargo-Abschaffung lässt unsere Militärs ihre Mission erfüllen. Es handelt sich um die nationale Armee, legitime Truppen im Land, deren Ziel ist, die Bevölkerung und Institutionen zu schützen. Unsere Armee benötigt alle Ressourcen, um diese Aufgabe zu erfüllen.“

    Nach Aussagen des Präsidenten sind illegale Gruppierungen in der ZAR derzeit oft besser bewaffnet, als die nationale Armee.

    „Wir bitten um die vollständige Aufhebung des Embargos, in Bezug auf die Verteidigungs- und Sicherheitskräfte, mit deren Ausbildung sich die internationale Gemeinschaft beschäftigt“, betonte der Präsident.

    Situation in der ZAR

    Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik hatte sich Anfang Dezember 2013 verschärft, als es in der Hauptstadt Bangui zu Zusammenstößen zwischen den Rebellen der mehrheitlich muslimischen Seleka-Gruppe und der christlichen Anti-Balaka-Miliz gekommen war.

    In jenem Jahr wurde unter anderem ein totales Waffenembargo gegen das Land verhängt. Jegliche Waffenlieferung in die Region ist nur nach einer Genehmigung des UN-Sicherheitsrates möglich. Im September 2019 wurde eine Resolution des UN-Sicherheitsrates verabschiedet, gemäß der das Embargo gelockert wurde. Damals bezeichnete der Präsident der Republik diese Resolution als „nicht genug.“ 

    Anfang August 2018 hatte in Khartum, der Hauptstadt Sudans, ein Treffen der größten bewaffneten Gruppen in der ZAR – der Anti-Balaka-Kämpfer und der Seleka-Rebellen – stattgefunden. Sie hatten sich auf die Gründung der Zentralafrikanischen Union geeinigt, einer gemeinsamen Plattform für Beratungen zur Deeskalation. In der am Ende des Treffens verabschiedeten Erklärung wurde unter anderem die Regierung des Landes dazu aufgefordert, mit Unterstützung Russlands, der EU sowie regionaler und internationaler Organisationen die Arbeit an einem Versöhnungsprozess aufzunehmen.

    ak/ap/sna

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    Tags:
    Militärs, Waffen, Russland, Militärstützpunkt, Zentralafrikanische Republik