19:35 14 November 2019
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    Französischer Experte: Russland ist wieder „Weltmacht“

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    Politik
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    Russland ist wieder eine Weltmacht geworden, indem es die Souveränität von Staaten verteidigt, sagte der führende Mitarbeiter des in Russland ansässigen Instituts IRIS (L'Institut de relations internationales et stratégiques) und Ex-Botschafter Frankreichs in Moskau, Jean de Gliniasty, in einem Interview mit der Zeitung „Le Figaro“.

    Der Erfolg Russlands erklärt sich laut dem Experten mit seiner Fähigkeit, mit allen zu sprechen und sich zu verständigen. Die Russen und nicht die Amerikaner seien es gewesen, die die Einstellung der Kampfhandlungen und den Frieden in Syrien durchgesetzt hätten, sagte der französische Diplomat. Er äußerte die Meinung, dass das russisch-türkische Memorandum (das von Wladimir Putin und Rayyip Erdogan erzielt wurde – Anm. d. Red.) faktisch Syrien in seine Vorkriegsgrenzen zurückversetze.

    De Gliniasty betonte auch, dass Russland in Syrien das Prinzip der Staatlichkeit verteidigt habe. Trotz alledem würden die USA ihren Einfluss in der Region bewahren, auch wenn sie zugeben müssen, dass der Einfluss Moskaus gewachsen sei. Indessen habe Europa, insbesondere Frankreich, die Kontrolle über die Situation verloren und laufe Gefahr, den Nahen Osten auf Dauer verlassen zu müssen.

    Auf das Forum „Russland-Afrika“ in Sotschi und die Beziehungen zwischen Moskau und den afrikanischen Ländern eingehend, sagte Gliniasty, dass Russland schon in der Zarenzeit die Beziehungen zu dieser Region entwickelt und in der Sowjetzeit die Afrikaner auch noch bei der Befreiung vom kolonialen Joch unterstützt habe.

    Neben der Wirtschaft verfüge Moskau auch über zwei andere Grundpfeiler der Außenpolitik einer Großmacht: „weiche“ Kraft und Sicherheit, so der Diplomat. Er betonte zugleich, die Spezifik Russlands bestehe darin, dass es eine Weltmacht sei und dabei keine großen Finanzmöglichkeiten habe. Wie dem auch sei, gleiche Russland all die genannten Mängel mit einer großen diplomatischen Intelligenz aus, resümierte De Gliniasty.

    ls/ap

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    Tags:
    USA, Jean de Gliniasty, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Türkei, Syrien, "Le Figaro", Frankreich, Russland