20:39 14 November 2019
SNA Radio
    Internationale Nachrichtenagentur „Sputnik“

    Außenministerium: Russische Journalisten werden in Frankreich weiterhin diskriminiert

    © Sputnik / Aleksej Danitschew
    Politik
    Zum Kurzlink
    4345
    Abonnieren

    Russische Journalisten, die in Frankreich arbeiten, leiden weiterhin unter Diskriminierungen seitens der französischen Behörden, teilte der Direktor der Ersten Europäischen Abteilung des Außenministeriums der Russischen Föderation, Alexey Paramonow, in einem Interview mit.

    „In Frankreich tätige russische Journalisten fühlen weiterhin, dass die Behörden des Landes eine besondere, in vielerlei Hinsicht diskriminierende Haltung ihnen gegenüber haben. Der Elysee-Palast und Frankreichs Außenministerium verweigern Journalisten von RT, der Ruptly-Videoagentur, einem Mitglied des RT-Fernsehsenders, und Sputnik regelmäßig die Akkreditierung für ihre Veranstaltungen“, sagte Paramonow.

    Paramonow behauptet, dass die französischen Behörden für Journalisten aus Russland den Zugang zu wichtigen Informationsquellen beschränken, was ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Journalisten anderer Medien negativ beeinflusse. Außerdem sei die Sputnik-Redaktion von den Newslettern der französischen Behörden getrennt, was die Erfüllung der beruflichen Pflichten ihrer Mitarbeiter erschwere. Ihm zufolge werden russische Journalisten, besonders von RIA Novosti, in letzter Zeit durch Polizei und Grenzbehörden auf Reisen innerhalb der EU unnötig lange kontrolliert. Auch könnten Journalisten von Sputnik und Ruptly seit über einem Jahr keine Presseausweise im französischen Außenministerium bekommen, obwohl alle Formalitäten eingehalten worden seien.

    Der Direktor erwartet außerdem, dass die französischen Justizbehörden den Vorfall mit der Sputnik-Korrespondentin Viktoria Iwanowa in Paris fair untersuchen und die Täter bestraft werden. In naher Zukunft solle ein Termin für die Materialienübergabe an den Ermittlungsrichter festgelegt werden, der entscheiden muss, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird.

    „Informationskrieg“ gegen russische Medien

    Derzeit verfügen Sputnik und der TV-Sender RT über keine Akkreditierung im Elysee-Palast und bei anderen Behörden. Zuvor hatte die Chefredakteurin von Sputnik France, Natalia Nowikowa, mitgeteilt, dass die Reporter der Agentur, die keine Akkreditierung bekommen hätten, bei der Berichterstattung von Veranstaltungen, die in Paris regelmäßig von Krawallen begleitet werden, einer Doppel-Gefahr ausgesetzt seien.

    Im Kreml bezeichnete man diese Situation als „Informationskrieg“ des französischen Präsidenten gegen russische Medien.

    Im vergangenen November hatte das Europaparlament eine Resolution mit der Forderung verabschiedet, russischen Medien entgegenzuwirken. Dabei wurden RT und die Agentur Sputnik als Hauptbedrohungen eingestuft.

    Ende 2017 hatten Vertreter der französischen Öffentlichkeit CSA-Chef Olivier Schrameck in einem „Le Monde“-Artikel aufgerufen, RT France die Sendelizenz abzuerkennen. Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete den Vorstoß als „grobe Einmischung in die Tätigkeit von Massenmedien“. RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan warf den französischen Intellektuellen vor, sich über die Parole „Liberté, Égalité, Fraternité“ (zu Deutsch: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) hinwegzusetzen.

    aa/sb/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Medien, Akkreditierung, Diskriminierung, Journalisten, Frankreich, Russland