23:01 16 November 2019
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    NATO-Luftwaffe in Estland (Archiv)

    Baltikum: Gemeinsames Einsatzzentrum für Luftraumüberwachung beschlossen

    © Foto: U.S. Army/Sgt. Alexis Washburn-Jasinski
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    Litauen, Lettland und Estland stellen ihre Luftraumüberwachung neu auf. Die Verteidigungsminister der drei baltischen Staaten haben auf dem Nato-Gipfel in Brüssel ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

    Litauen, Lettland und Estland haben vereinbart, die Unverletzlichkeit ihrer Lufträume über eine gemeinsame Leitzentrale zu sichern. Diese ist Teil des baltischen Luftraumüberwachungsverbunds „Baltnet“, dessen Einzelkomponenten (Radar- und Kontrollposten plus Spezialausrüstung) über das Gebiet der drei baltischen Staaten verteilt sind. Die Nato-Führung hatte verlangt, das baltische System der Luftraumüberwachung zu ändern.

    Noch wird der Luftraum über Litauen, Lettland und Estland mittels einer Leitzentrale im litauischen Karmelava kontrolliert. Dort gehen Radardaten aus den drei baltischen Staaten und Polen ein. Anschließend werden die Daten entschlüsselt an das Allied Air Command der Nato in Ramstein übermittelt. Zugleich überwacht diese Leitzentrale die Einsätze der Nato-Kampfjets im Rahmen des Air Policing Baltikum.

    Bei einem Abendessen auf dem Nato-Gipfel in Brüssel sprachen die Verteidigungsminister der drei baltischen Länder zudem über hybride Bedrohungen.

    Russland ist für den baltischen Luftraum keine Gefahr

    Die Gründung des Luftraumüberwachungsverbunds „Baltnet“ beschlossen Litauen, Lettland und Estland 1998. In die Luftraumüberwachung über dem Baltikum sind zudem Nato-Flugzeuge einbezogen, die auf den Stützpunkten im litauischen Siauliai und im estnischen Ämari stationiert sind.

    Moskau hat bereits mehrfach auf die Gefahr hingewiesen, die mit der Verstärkung der Nato-Militärpräsenz an den russischen Grenzen einhergeht. Wiederholt betonte die russische Führung, kein Interesse zu haben an einer Verschärfung der Konfrontation mit den USA und der Nato – weder im Baltikum noch sonst irgendwo.

    Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow existieren im Baltikum keine Gefahren, die die Militarisierung dieser Region rechtfertigen würden. Alle Fragen des Zusammenwirkens in dieser Region müssen laut dem Außenminister im Rahmen bereits vorhandener multilateraler Formate geklärt werden.

    Die Nato sei sich absolut im Klaren darüber, dass Russland keinerlei Pläne habe, jemanden anzugreifen, sagte Sergej Lawrow. Das Märchen von der russischen Bedrohung diene nur dazu, die Verstärkung der Militärpräsenz an den russischen Grenzen zu rechtfertigen.

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    Tags:
    Überwachung, Russland, NATO, Baltikum