22:12 16 November 2019
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    US-Langstreckenbomber B-1B auf dem Militärstützpunkt Ellsworth (Archivbild)

    Nach F-22 Kampfjets kommen B-1 Lancer: USA schicken erstmals strategische Bomber nach Saudi-Arabien

    © Foto: DoD/ U.S. Air Force/ Airman 1st Class Zachary Hada
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    Die Vereinigten Staaten bauen weiter ihre Militärpräsenz in Saudi-Arabien aus. Nur kurze Zeit nachdem Luftverteidigungskräfte und F-22-Kampfjets auf die Arabische Halbinsel verlegt wurden, entsendet Washington nun auch strategische Langstreckenbomber Rockwell B-1 Lancer in die Region.

    Wie das Portal TheDrive berichtet, ist es wohl das erste Mal überhaupt, dass die USA ihre Rockwell B-1 Lancer (B-1B-Bomber) nach Saudi-Arabien verlegen. Diese folgen nun wenige Tage den F-22 Stealth-Kampfjets nach, die erst am Dienstag auf der Prince Sultan Air Base (PSAB) in Saudi-Arabien stationiert wurden.

    Die genaue Anzahl der Langstreckenbomber ist derzeit unbekannt.

    ​Die beiden Stationierungen kommen zwei Wochen nach der Ankündigung des Pentagons, in Saudi-Arabien ein ganzes Geschwader von US-Kampfjets dauerhaft zu beheimaten.

    Die militärische Aufrüstung solle dabei eine Reaktion auf die Raketenangriffe auf saudische Ölanlagen sein, die im September stattgefunden hatten und unter anderem die größte Ölraffinerie der Welt beschädigten.

    ​Wer für die Angriffe verantwortlich ist, ist endgültig immer noch nicht klar. Der Westen vermutet den Iran hinter den Angriffen, obwohl die jemenitischen Huthi-Rebellen öffentlich die Verantwortung für die Attacken übernommen hatten.

    Der Iran weist jede Schuld von sich.

    US-Aufrüstung in der Region

    Außer den F-22-Kampfjets und den Bombern verlegte Washington neue Patriot-Raketenabwehrsysteme und weiteres schweres Militärgut in das Land.

    Wie TheDrive berichtet, ist die Stationierung der B1-B-Bomber ein gewisser Wendepunkt – nicht nur, weil es offensichtlich die erste solche Stationierung auf saudischem Boden ist, sondern auch, weil die Vereinigten Staaten zuvor eigentlich alle strategischen Bomber aus der Region abgezogen hätten – nun mussten sie offensichtlich zurückbeordert werden. Der Abzug der Bomber im März dieses Jahres erfolgte unter anderem, weil die Maschinen wegen des langwierigen Einsatzes in der Region an ihre Strapazierfähigkeit gelangt seien.

    Im August 2019 gab der damalige Leiter des US-amerikanischen Strategic Command bekannt, dass nur sechs von 62 B-1B oder rund zehn Prozent der Flotte voll einsatzfähig waren.

    Das Ziel ist der Iran

    Das Portal schreibt weiterhin recht offen, dass die B1-B-Bomber „eine bleibende Bedrohung für den Iran oder andere Gegner in der Region darstellen, da sie die Möglichkeit bieten, Raketenangriffe von mehreren Vektoren aus zu starten“.

    Von der PSAB aus könnten diese Bomber auch Patrouillen über dem Persischen Golf durchführen, „um unter anderem die Seebewegungen der iranischen Revolutionsgarden zu überwachen“. Diese werden als ein Risiko für amerikanische oder verbündete Marine- und Handelsschiffe angesehen.

    Zugleich betont das Portal, dass diese Bomber theoretisch auch auf der amerikanischen Al Udeid Air Base in Katar stationiert werden könnten, von wo aus sie die gleichen Aufgaben erfüllen könnten.

    Dass die Bomber nun explizit nach Saudi-Arabien kommen, zeige, dass man die US-Unterstützung auf diese Weise noch einmal demonstrieren wolle, da Riad nach den Raketenangriffen auf seine Ölanlagen „verunsichert“ sei.

    „Dies war ein klares Signal dafür, dass die US-Luftwaffe eine robustere und langfristigere Präsenz im Königreich erwartet, (…) um auf künftige Krisen zu reagieren.“

    Der Einsatz solle „eine klare Botschaft an den Iran oder andere amerikanische Gegner in der Region“ senden, dass die USA Saudi-Arabien militärisch weiter unterstützen und auf Bedrohungen reagieren werde, so das US-Portal abschließend.

    SB/ng

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    Tags:
    US-Flugabwehrraketen Patriot, Patriot, Stationierung, Militärbedrohung, Bedrohung, Iran, Saudi-Arabien, strategische Luftwaffe, B-1 Lancer, B-1B Lancer, F-22, F-22A, F-22 Raptor, Jagdflugzeug F-22