10:34 15 November 2019
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    Russische Raketenkomplexe im Gebiet Kaliningrad (Archivbild)

    „Eroberung“ von Kaliningrad durch Nato? – Russischer Gouverneur ist „US-Dummheiten“ leid

    © Sputnik / Igor Zarembo
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    Der Gouverneur des nordwestrussischen Gebiets Kaliningrad, Anton Alichanow, hat einen Bericht von der US-Nichtregierungsorganisation „The Jamestown Foundation“ kommentiert, demzufolge die Nato im Falle eines hypothetischen Konflikts mit Russland die russische Enklave erobern soll.

    Er sei es bereits „leid, US-amerikanische Dummheiten zu kommentieren“, äußerte Alichanow.

    „Meiner Ansicht nach stammt das aus dem Bereich der Fiktion, und zwar aus der Trivialliteratur. Ich habe das Gefühl, dass sich dort nicht Experten versammeln, sondern Menschen, die Schundromane schaffen“, sagte er gegenüber dem russischen Sender RBC.

    Zuvor hatte der Senior Fellow von „The Jamestown Foundation“ Richard D. Hooker, Jr., in seinem Bericht „How to defend the Baltic States“ (dt: „Wie die baltischen Länder zu schützen sind“) geäußert, das Nordatlantische Bündnis sollte die mögliche Eroberung des nordwestrussischen Gebiets Kaliningrad in Betracht ziehen. Den Grund, der einen Konflikt zwischen Russland und der Nato in der baltischen Region auslösen könnte, nannte Hooker allerdings nicht.

    Im Falle einer hypothetischen Intervention Russlands in den baltischen Ländern sollten die Streitkräfte von Polen und den USA das Gebiet Kaliningrad umgehend angreifen, so Hooker.

    Das Hauptziel des Angriffs sei die Neutralisierung der russischen Flugabwehrsysteme und der Baltischen Flotte Russlands. Sollte die Nato das Gebiet Kaliningrad unter ihre Kontrolle bringen, werde die Baltische Flotte der russischen Marine einen ihrer Häfen verlieren und nach Sankt Petersburg gedrängt werden.

    Um den von Hooker angebotenen Plan umzusetzen, sollte unter anderem die Stärke der Streitkräfte von Lettland, Estland und Litauen aufgestockt werden, so der Verfasser des Berichts.

    „Vor allen aggressiven Plänen zuverlässig geschützt“

    Am Mittwoch hatte ein US-amerikanischer Langstreckenbomber vom Typ B-52H nach Angaben des Überwachungsportals PlaneRadar ein Bombardement eines Stützpunkts der Baltischen Flotte im nordwestlichen russischen Gebiet Kaliningrad simuliert.

    Ende September hatte der Chef der Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten in Europa und Afrika, General Jeffrey Lee Harrigian, einen Plan des Pentagons erwähnt, der die Vernichtung des Flugabwehrsystems in der nordwestrussischen Enklave Kaliningrad im Falle einer „russischen Aggression“ beinhaltet.

    Daraufhin äußerte das russische Verteidigungsministerium, das Gebiet Kalinigrad sei vor allen aggressiven Plänen zuverlässig geschützt, die von US-Generälen in Europa erarbeitet würden. 

    Aufklärungsflugzeuge und Bomber der nordatlantischen Allianz werden regelmäßig in der Nähe der russishcen Grenzen gesichtet, sowohl über dem Schwarzen Meer als auch nahe des Gebiets Kaliningrad.

    Am vergangenen Montag hatte das litauische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass das 1. Bataillon des 9. Regiments der 1. Division der US-Armee, das seinen Dienst in Litauen bis zum Frühjahr 2020 leisten soll, seine schwere Militärtechnik in das baltische Land mitgebracht habe. Der Verband solle nahe der Stadt Pabrade unweit von der Grenze zu Weißrussland stationiert werden.

    -0-asch/ae

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    Tags:
    Eroberung, Flugabwehr, Gebiet Kaliningrad, Kaliningrad, NATO, USA, Russland