03:17 15 November 2019
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    Bundesaußenminister Heiko Maas am 16. Oktober 2019

    Kurz vor Abflug aus Libyen: Maas wegen Luftalarms in Sicherheit gebracht

    © REUTERS / Michele Tantussi
    Politik
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    Kurz vor der Abreise von Bundesaußenminister Heiko Maas aus Libyen am Sonntag haben die mitgereisten Sicherheitskräfte sein Interview mit Journalisten am Flughafen der Küstenstadt Suara abrupt abgebrochen. Der Grund war ein gesichtetes Flugzeug, dass zunächst der Libyschen Nationalarmee um den General Chalifa Haftar zugeordnet wurde.

    Maas und seine gesamte Delegation mussten für wenige Minuten in die gepanzerten Fahrzeuge zurück. Der Alarm stellte sich dann aber als falsch heraus: Es sei nur ein Gerücht von Milizen gewesen, hieß es.

    Bei seiner Libyen-Reise traf Maas unter anderen den libyschen Ministerpräsidenten Fajis al-Sarradsch, der die international anerkannte Regierung führt. Sie kontrolliert aber nur einen kleinen Teil des Landes. Weite Gebiete werden von Haftar beherrscht, der mit seiner Armee ganz Libyen unter seine Kontrolle bringen will.

    „Failed State“ Libyen

    In Libyen war es im Februar 2011 zu einem bewaffneten Aufstand gekommen, der mehrere Monate dauerte. Staatschef Muammar al-Gaddafi, der 42 Jahre lang geherrscht hatte, wurde von den Aufständischen gefasst und unter ungeklärten Umständen getötet. Die Nato, die von März bis Oktober 2011 Ziele in Libyen bombardierte, hatte den Rebellen beim Umsturz geholfen.

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    © REUTERS / Mustafa Kamaci / Presidential Press Office / Handout
    Seitdem steckt das nordafrikanische Land im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt: Den Westen des Landes kontrolliert die Regierung al-Sarradsch, im Osten hat das vom Volk gewählte Parlament das Sagen, das mit der Libyschen Nationalarmee kooperiert. Viele Gebiete stehen unter Kontrolle lokaler Milizen, die sich gegenseitig bekriegen.

    ta/gs/dpa

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    Tags:
    Alarm, Libyen, Heiko Maas