19:34 14 November 2019
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    US-Soldat während der Übungen (Archiv)

    US-Militär könnte in 20 Jahren am Klimawandel kollabieren – Pentagon

    © Foto: U.S. Army National Guard/Staff Sgt. Ronald Lee
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    Extremwetter, schlechte Wasserversorgung, Stromausfälle, Epidemien und Massenmigration – diese Faktoren könnten zu einem Kollaps der US-Armee führen. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Pentagon in Auftrag gegeben hatte. Dieser Bericht gibt auch Empfehlungen, wie ein solcher Kollaps vermieden werden kann.

    Der Klimawandel könnte unter anderem zu einem Kollaps des US-Militärs führen. Das besagt ein neuer Bericht der vom Pentagon in Auftrag gegeben und von der US-Arme, dem US-Verteidigungsnachrichtendienst (DIA) und der NASA geschrieben wurde – und zunächst fast keine Beachtung fand, bis ihn das US-Nachrichtenportal Motherboard studiert hat.

    Der Bericht dreht sich um die größten Bedrohungen, die für die nationale Sicherheit von der Klimawende ausgehen könnten. Dazu gehören Extremwetter, Massenmigration, Abnahme von Trinkwasservorkommen, Krankheitsepidemien, der Kampf um die Arktis und die Gefährdung der Stromversorgung der USA sowie von Atomkraftwerken infolge eines Anstiegs des Meeresspiegels.

    Als Gegenmaßnahmen werden von den Autoren Wasseraufbereitungsanlagen genannt, die die Armee von externen Wasserquellen unabhängig machen sollen. Gerade in trockenen und heißen Einsatzgebieten soll die US-Armee jetzt bereits bei der Wasserversorgung an ihre Grenzen kommen. Außerdem wird empfohlen, die Armee auf Ausbrüche von heimischen und fremden Infektionskrankheiten vorzubereiten, die laut dem Szenario zunehmen sollen. Durch die Erderwärmung soll das in erster Linie von Zecken übertragene Krankheiten und Malaria betreffen. Auch auf Engpässe bei der Treibstoffversorgung soll sich die US-Armee den Autoren zufolge einstellen.

    Das Thema Massenmigration wird am Beispiel von Bangladesch behandelt: Erderwärmung und Meeresspiegelanstieg könnten dort Millionen von Menschen in die Flucht schlagen, was zu globalen Instabilitäten führen würde. Hier regen die Autoren die Entwicklung eines „Bangladesch-Hilfsplans“ an, der dann auch als Grundlage für weitere Einsätze im Zuge des Klimawandels gelten könnte.

    Ironischerweise soll einer Studie aus dem Juni zufolge das US-Militär einer der größten CO₂-Verursacher weltweit sein.

    vr/sna/GS

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    Tags:
    Migration, Krankheiten, Bedrohung, Klimawandel, Armee, USA