21:51 16 November 2019
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    Privatmann Gromyko, Detail Schautafel Detail Schaubild 2019

    „Mr. Njet“: Neue Ausstellung über legendären UdSSR-Außenminister Andrej Gromyko

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    An epochalen Ereignissen beteiligt, baute Andrej Gromyko politische Nachkriegsarchitektur wie kein anderer. Er hob die Uno mit aus der Taufe, stand an der Wiege des nuklearen Abrüstungsprozesses. Ein harter Verhandler mit grimmigem Pokerface: „In Westdeutschland hatte er keinen guten Ruf“, so Tobias Tunkel vom Auswärtigen Amt zur Eröffnung.

    Von Stalin bis Gorbatschow: Gromyko begleitete die größten historischen Ereignisse der neueren Geschichte als Diplomat, diente seinem Land 28 Jahre als Außenminister.

    • Gromyko und die BRD, Detail Schaubild 2019
      Gromyko und die BRD, Detail Schaubild 2019
      © Foto : Beata Arnold
    • Die Eltern von Andrej Gromyko und das Elternhaus in Staryje Gromyki in der Region Gomel in Belarus. Als Sohn eines Bauernpaares machte der Weißrusse eine beispiellose Karriere.
      Die Eltern von Andrej Gromyko und das Elternhaus in Staryje Gromyki in der Region Gomel in Belarus. Als Sohn eines Bauernpaares machte der Weißrusse eine beispiellose Karriere.
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    • Andrej Gromyko gestaltete Politik über Dekaden. An der Seite von Josef Stalin... Hier bei der Potsdamer Konferenz 1945, Detail Schaubild 2019.
      Andrej Gromyko gestaltete Politik über Dekaden. An der Seite von Josef Stalin... Hier bei der Potsdamer Konferenz 1945, Detail Schaubild 2019.
      © Foto : Beata Arnold
    • ...bis zur Perestroika und der Ära Gorbatschow. Hier Gromyko am Verhandlungstisch an der Seite von Michail Gorbatschow mit Helmut Kohl, Detail Schautafel RHWK 2019
      ...bis zur Perestroika und der Ära Gorbatschow. Hier Gromyko am Verhandlungstisch an der Seite von Michail Gorbatschow mit Helmut Kohl, Detail Schautafel RHWK 2019
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    • Ukas“: Die Anweisung, Gromyko zum Botschafter in den USA zu machen sowie sein Antwortschreiben mit Bedenken ob seines nach US-amerikanischem Verständnis noch jugendlichen Alters wie mangelnden „Namens“
      "Ukas“: Die Anweisung, Gromyko zum Botschafter in den USA zu machen sowie sein Antwortschreiben mit Bedenken ob seines nach US-amerikanischem Verständnis noch jugendlichen Alters wie mangelnden „Namens“
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    • Gromyko im diplomatischen Dienst in Washington, erbetenes Auskunftsersuchen zu Gromykos Verwandten in Belarus Detail Schautafel im RHWK 2019
      Gromyko im diplomatischen Dienst in Washington, erbetenes Auskunftsersuchen zu Gromykos Verwandten in Belarus Detail Schautafel im RHWK 2019
      © Foto : Beata Arnold
    • Ankunft Diplomat Gromyko und Außenminister der UdSSR Vyacheslav Molotov in San Francisco 1945, Detail Schaubild Detail Schaubild 2019.
      Ankunft Diplomat Gromyko und Außenminister der UdSSR Vyacheslav Molotov in San Francisco 1945, Detail Schaubild Detail Schaubild 2019.
      © Foto : Beata Arnold
    • Entwurf Gromykos für Molotow über ein Sicherheits-Abkommen der europäischen Staaten vom 17. Januar 1954, Detail Schaubild 2019.
      Entwurf Gromykos für Molotow über ein Sicherheits-Abkommen der europäischen Staaten vom 17. Januar 1954, Detail Schaubild 2019.
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    • Gromyko und US-Außenminister Henry Kissinger 1969, Detail einer Schautafel
      Gromyko und US-Außenminister Henry Kissinger 1969, Detail einer Schautafel
      © Foto : Beata Arnold
    • Henry Kissinger erinnert sich zum 90. Geburtstag des 1989 verstorbenen Gromyko an ihr erstes Treffen 1969 bei der UNO beim Empfang des US-Präsidenten, würdigt ihn als Ehrenmann, der zu seinem Wort stand. Detail Schautafel aus dem RHWK
      Henry Kissinger erinnert sich zum 90. Geburtstag des 1989 verstorbenen Gromyko an ihr erstes Treffen 1969 bei der UNO beim Empfang des US-Präsidenten, würdigt ihn als Ehrenmann, der zu seinem Wort stand. Detail Schautafel aus dem RHWK
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    • Mit John F. Kennedy. Detail Schaubild 2019.
      Mit John F. Kennedy. Detail Schaubild 2019.
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    • Gromyko an der Wiege der UNO 26. Juni 1945. Detail Schaubild 2019.
      Gromyko an der Wiege der UNO 26. Juni 1945. Detail Schaubild 2019.
      © Foto : Beata Arnold
    • Die Gründung der Vereinten Nationen und Andrej Gromyko.
      Die Gründung der Vereinten Nationen und Andrej Gromyko.
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    • Gromyko und die Bundesrepublik.
      Gromyko und die Bundesrepublik.
      © Foto : RHWK
    • Gromyko, Breshnew, Brandt, Bahr, Bonn 1978 Detail Schautafel
      Gromyko, Breshnew, Brandt, Bahr, Bonn 1978 Detail Schautafel
      © Foto : Beata Arnold
    • Staats-wie Parteichef Leonid Breschnew, Kanzler Helmut Schmidt, Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, Gromyko. Festakt Unterzeichnung Abkommens mit 25 Jahren Laufzeit, 1978, Detail Schaubild 2019
      Staats-wie Parteichef Leonid Breschnew, Kanzler Helmut Schmidt, Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, Gromyko. Festakt Unterzeichnung Abkommens mit 25 Jahren Laufzeit, 1978, Detail Schaubild 2019
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    • Der deutsche Vizekanzler und Minister des Auswärtigen Hans-Dietrich Genscher mit Gromyko vor Arbietsgespräch in Moskau 1984, Detail eines Schaubildes
      Der deutsche Vizekanzler und Minister des Auswärtigen Hans-Dietrich Genscher mit Gromyko vor Arbietsgespräch in Moskau 1984, Detail eines Schaubildes
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    • Gromyko als Vorsitzender des Obersten Sowjets der UdSSR in seinem Büro 1985, Detail einer Schautafel
      Gromyko als Vorsitzender des Obersten Sowjets der UdSSR in seinem Büro 1985, Detail einer Schautafel
      © Foto : Beata Arnold
    • DDR-Staatsratsvorsitzender Erich Honecker mit UdSSR-Minister Gromyko, 1980, Detail Schautafel im RHWK
      DDR-Staatsratsvorsitzender Erich Honecker mit UdSSR-Minister Gromyko, 1980, Detail Schautafel im RHWK
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    •  Privatmann Gromyko, Detail Schautafel im RHWK 2019
      Privatmann Gromyko, Detail Schautafel im RHWK 2019
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    Gromyko und die BRD, Detail Schaubild 2019

    Er war das „Gesicht der Sowjetunion“, so Tobias Tunkel vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik. „Gromyko hat alle Umbrüche und Irrtümer Russlands miterlebt - auch Stalins Verbrechen...er war an allen Krisen, an diplomatischen Höhen und Tiefen beteiligt - auch an den Phasen der Entspannungspolitik mit dem Aufbau eines Rüstungskontrollsystems, wovon wir noch bis heute profitieren“, würdigte Tunkel Gromyko als außergewöhnlichen Diplomaten bei der festlichen Austellungseröffnung vergangene Woche im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin.

    Andrej und Andrea: Ost und West 

    Die beiden deutschen Staaten beobachtete Gromyko genau, pflegte intensive Kontakte in Ost- wie Westdeutschland. Der FDP-Politiker Walter Scheel habe seine Tochter sogar Andrea genannt – zu Ehren seines Kollegen Andrej, wusste dessen Enkel Alexej Gromyko noch Anfang September gegenüber Sputnik zu berichten. Respektiert und als harter Verhandler gefürchtet, prägte Andrej Gromyko auch die nukleare Entspannungspolitik: Ex-US-Außenminister Kissinger erinnerte sich in seinen Memioren daran, wie er sich seinerzeit die Zähne an dem Belorussen ausgebissen hatte.  

    Der Sohn eines weißrussischen Bauern aus dem Dorf Staryje Gromyki machte Dank der Möglichkeiten der Sowjetunion eine beispiellose Karriere. Er vergaß nie, wo seine Wurzeln lagen, und erinnerte sich an seinen Heimatort mit Zärtlichkeit und einem Gefühl des Patriotismus – dieses sei ihm in die Wiege gelegt worden, habe er immer betont, so der Botschafter der Republik Belarus, Denis Sidorenko, während der Ausstellungseröffnung.

    Fundstücke einer Karriere 

    Die in Kooperation mit Weißrussland und Russland entstandene Ausstellung im Russischen Haus präsentiert Fundstücke aus politischen Archiven, die den Werdegang und die Karriere Gromykos bebildern. Er sei nicht nur, wie der „Spiegel“ einst im Nachruf auf das Ableben Gromykos im Jahr 1989 schrieb, der „schiere Machtpolitiker“ und der “Buchhalter des Stalinschen Größenwahns“ gewesen , was diese Ausstellung zeigen wolle, bemerkte der deutsche Diplomat Tunkel.  

    Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, betonte, dass Gromyko – auch Netschajews diplomatischer Ziehvater - nie auf Konfrontation eingestellt gewesen sei. „Er war immer für Kompromisse. Die Sicherheit der Länder Europas sollte nicht auf Kosten eines Staates herbeigeführt werden.“ Und „im menschlichen Umgang sei er grundsätzlich sehr nett gewesen“, erinnerte sich der russische Diplomat: „Er mochte nicht so viel gelächelt haben, das sagte aber nichts aus – er war streng aber gerecht.“ 

    Und weil Gromyko die Werke des russischen Komponisten Rachmaninov so liebte, gab es von der Klaviervirtuosin und Piano-Professorin Natalia Guseva zu seinen Ehren einige seiner Lieblingswerke am Flügel zu hören.

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    Tags:
    John Kennedy, Außenminister, Geschichte, Diplomat, Andrej Gromyko, UdSSR