13:02 20 November 2019
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    Wrackteile des Kaczynski-Jets auf Flughafen Smolensk (Archivbild)

    Neun Jahre nach Smolensk-Absturz: Polnische Ermittler untersuchen erneut Tu-154-Wrack

    © Sputnik / Oleg Minejew
    Politik
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    Russische Ermittler haben am Montag eine polnische Kommission zu einer neuen Untersuchung des Wracks des 2010 bei Smolensk abgestürzten Flugzeugs des Typs „Tu-154M“ zugelassen. Bei dem Absturz war der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski zusammen mit seiner Frau und polnischen Regierungsmitgliedern ums Leben gekommen.

    Eine siebenköpfige Delegation aus Polen werde sich zusammen mit russischen Ermittlern das Flugzeugwrack ansehen sowie Foto- und Video-Aufnahmen machen, teilte das russische Ermittlungskomitee mit. Zuletzt war die polnische Ermittlergruppe im Mai 2019 in Smolensk gewesen.

    Die russischen Ermittler hätten keine Zweifel am Hergang der Katastrophe, sagte die Sprecherin der Ermittlungskomitees, Swetlana Petrenko. Alle gesammelten Daten würden auf falsche Handlungen der Flugzeug-Crew hinweisen, die den Landeanflug trotz mangelnder Sicht nicht abgebrochen habe. 

    Der erste offizielle polnische Bericht hatte einen Pilotenfehler bei extremem Nebel als Hauptursache des Unglücks angegeben. Seit 2016 arbeitet eine von der polnischen Regierungspartei PiS ins Leben gerufene Kommission an einem neuen Bericht zu den Umständen der Absturzes.

    Polens Regierung spricht von „Anschlag“

    Polen verlangt von Moskau die Herausgabe des Wracks. Zuletzt hatte Außenminister Jacek Czaputowicz im Mai bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow das Thema angesprochen. Moskau argumentiert seinerseits, seine eigenen Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

    Die nationalkonservative PiS-Regierung in Polen und PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski vertreten die These, dass der Absturz am 10. April 2010 mit 96 Toten ein Anschlag war. Lech und Jaroslaw Kaczynski waren Zwillinge. Russland weist diesen Vorwurf entschieden zurück und verweist auf einen Fehler der Piloten.

    Die Tu-154 des damaligen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski war am 10. April 2010 beim Landeanflug bei Smolensk abgestürzt. An Bord befanden sich insgesamt 96 Personen, darunter 88 Fluggäste und acht Besatzungsmitglieder, die auf dem Weg zu Trauerveranstaltungen im russischen Dorf Katyn waren. Alle Insassen der polnischen Regierungsmaschine kamen ums Leben.

    ta/gs

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    Tags:
    Tu-154, Smolensk, Russland, Polen