12:52 20 November 2019
SNA Radio
    Das Gebirge Kumgangsan

    Gemeinsames Feriengebiet in Nordkorea: Pjöngjang lehnt Treffen mit Seoul ab

    © Sputnik / Wladimir Gudkow
    Politik
    Zum Kurzlink
    1273
    Abonnieren

    Nach der überraschenden Ankündigung von Abrissplänen für südkoreanische Tourismusanlagen in einem nordkoreanischen Erholungsgebiet hat Pjöngjang nun Seouls Vorschlag, ein klärendes Treffen zu den Aussichten der südkoreanischen Anlagen abzuhalten, abgelehnt. Dies teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Dienstag mit.

    Es handelt sich um das Erholungsgebiet im nordkoreanischen Gebirge Kŭmgangsan, das für seine Schönheit bekannt ist. Nun bestehe Nordkorea darauf, dass eine Diskussion über die Abrisspläne schriftlich erfolgen könne. Denn es sei nicht nötig, „separate Gespräche auf Arbeitsebene“ zu führen, hieß es demnach in einem Schreiben an das Ministerium und den südkoreanischen Konzern Hyundai.

    Pjöngjang will Hyundais Infrastruktur abreißen

    Am vergangenen Freitag hatte Nordkorea gefordert, Südkorea solle die Anlagen abreißen. Pjöngjang kündigte an, es wolle dort eine neue Touristenzone einrichten. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hatte zu Beginn dieses Jahres erklärt, er sei bereit, das gemeinsame Reiseprogramm wieder aufzunehmen. Dem Vorhaben standen jedoch bisher die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea im Weg, die angesichts der Entwicklung des nordkoreanischen Atomprogramms verhängt worden waren.

    Seit der Teilung Koreas wurde die Region Kumgangsan an der Ostküste Nordkoreas zunächst zur militärischen Sperrzone erklärt. 1998 vereinbarte der Gründer der Hyundai-Gruppe, Chung Ju Yung, mit dem damaligen nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il die Schaffung eines Erholungsgebietes im Kumgangsan-Gebirge. 2002 wurde das Einreiseregime in der Touristenregion Kungangsan für südkoreanische Touristen gelockert. Das südkoreanische Unternehmen Hyundai Asan baute den größten Teil der Ferienanlagen in dem Gebiet am Kumgang-Gebirge wie Hotels und Restaurants und investierte in das Projekt, das zu einem Symbol der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wurde, 680 Millionen US-Dollar.

    Allerdings wurde das gemeinsame Reiseprogramm wegen tödlicher Schüsse eines nordkoreanischen Soldaten auf eine südkoreanische Touristin in dem Gebiet 2008 auf Eis gelegt.

    asch/ae/dpa/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Kim Jong Un, Hyundai, Treffen, Ablehnung, Gespräche, Seoul, Abriss, Gebirge, Tourismus, Südkorea, Nordkorea