12:30 20 November 2019
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    MItarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates der  Vereinigten Staaten Alexander Vindman

    US-Offizier verweist auf Lücken im Transkript von Trump-Selenski-Telefonat

    © REUTERS / SIPHIWE SIBEKO
    Politik
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    Der Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates der Vereinigten Staaten Alexander Vindman hat nach Angaben der Zeitung „The New York Times“ bei seiner Aussage vor dem US-Unterhaus auf Wörter verwiesen, die in der Mitschrift des Telefonats zwischen US-Präsident Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Selenski angeblich fehlen sollen.

    Nach Angaben der Zeitung beantwortete Vindman bei seinem elfstündigen Auftritt Fragen des Außenausschusses, des Geheimdienstausschusses und des Ausschusses für Aufsicht und Regierungsreform. Die Anhörung habe hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Dabei habe er offenbart, was die Zeichen in der Mitschrift des Trump-Selenski-Telefonats bedeuten sollten, die jene Sätze der beiden Staatschefs ersetzen würden, die sie nicht zu Ende gesprochen hätten.

    So sei der Name des ukrainischen Gasunternehmens „Burisma“ aus dem Stenogramm verschwunden. 2014 war der Sohn von Joe Biden, Hunter, dem Verwaltungsrat der Firma beigetreten. Hunter Biden war von seinem Posten im April 2019 zurückgetreten, als sein Vater seine Absicht kundgetan hatte, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren.

    Außerdem habe Trump mehrmals eine Aufnahme von Bidens Auftritt erwähnt, bei dem der Letztere empfohlen habe, den ukrainischen Generalstaatsanwalt Viktor Schokin zu entlassen. Diese Erwähnungen würden nun im Dokument ebenfalls fehlen, sagte Vindman.

    Nach Informationen der Zeitung wurde das Telefongespräch zwischen Trump und Selenski mithilfe von Notizbüchern von Stenographen sowie mit einer Spracherkennungssoftware wiedergegeben. Die Software sei allerdings in den meisten Fällen nicht im Stande, Eigennamen und Fachbegriffe zu erkennen.

    Er habe also einen Rohentwurf der Niederschrift des Telefonats bekommen, um das Transkript in Einklang mit dem tatsächlichen Wortlaut des Gesprächs zu bringen, klärte Vindman auf. Er habe die von ihm korrigierte Mitschrift seinem Vorgesetzten übergeben. Als das Weiße Haus das Stenogramm des Telefongesprächs veröffentlicht habe, habe Vindman festgestellt, dass nur ein Teil seiner Korrekturen beibehalten worden sei. Der Rest sei nicht eingetragen worden.

    Ukraine-Affäre

    Trumps Telefonat mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wladimir Selenski vom Juli 2019 war zu einem Anlass für Vorbereitungen zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump geworden, das die Demokratische Partei eingeleitet hatte.

    Trumps Kritiker werfen ihm den Versuch vor, Druck auf Kiew auszuüben, indem er die Ukraine zu Ermittlungen gegen Joe Biden und seinen Sohn Hunter angeregt habe. Trump unterstellt den Bidens Korruption. Dabei soll der amtierende US-Präsident die Zurückhaltung von rund 400 Millionen US-Dollar Hilfsgeldern als Druckmittel eingesetzt haben.

    Biden senior gilt als einer der aussichtsreichen Herausforderer von Trump bei der anstehenden Präsidentschaftswahl 2020 in den Vereinigten Staaten.

    Nachdem das Weiße Haus die Mitschrift des Telefonats zwischen Trump und Selenski veröffentlicht hatte, entdeckte das US-Justizministerium darin weder Verstöße gegen das US-Recht noch Grundlagen für weitere Ermittlungen.

    asch/ae

     

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    Tags:
    Hunter Biden, Joe Biden, Druck, Ukraine, Ukraine, Telefonat, Wladimir Selenski, Amtsenthebungsverfahren, Amtsenthebung, Donald Trump, US-Repräsentantenhaus, USA