23:18 16 November 2019
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    Kokain in Kolumbien

    Nach Massaker an Ureinwohnern: Kolumbiens Präsident kündigt verstärkten Truppeneinsatz an

    © AP Photo / Fernando Vergara
    Politik
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    Nach der Ermordung von fünf Indigenen durch Dissidenten der Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens)-Guerilla im südwestlichen Department Cauca in Kolumbien hat Staatspräsident Iván Duque den Einsatz von 2500 Soldaten in dem Gebiet angekündigt. Die Ankündigung ist auf seinem Twitter-Account gepostet worden.

    „Innerhalb von 40 Tagen wird im Department Cauca die 2500 Mann starke 4. Brigade der schnellen Ersatztruppe ihre Arbeit aufnehmen. Ihre Mission: größere territoriale Kontrolle des Gebiets, das Schließen der Routen von Drogenhändlern sowie das Zerschlagen krimineller Organisationen“, so Duque am Mittwoch.

    ​Ihm zufolge sind die für den Drogenhandel verantwortlichen Gruppen sowie die Anwohner, die das Drogengeschäft aufrechterhalten wollen, für die Angriffe auf die Indigenen verantwortlich.

    Angriff auf Angehörige des Nasa-Volkes

    Laut einem DPA-Bericht hatten Angehörige des Nasa-Volkes am Dienstag in einem Reservat im Department Cauca Kontrollen durchgeführt, als Dissidenten der Farc-Guerilla in einem Auto heranfuhren und das Feuer eröffneten. Unter den Toten war demnach eine Anführerin der Nasa. Es gab zudem fünf Verletzte. Auch auf einen Krankenwagen, der die Opfer transportierte, sei geschossen worden, hieß es.

    Angriffe von paramilitärischen Banden auf Patrouillen der Ureinwohner sowie die Ermordung von Gouverneuren und Aktivisten sind eine der Brandherde im Land, in dem 102 Volksgruppen leben, die insgesamt 35.000 Einwohner umfassen.

    Historisches Friedensabkommen von 2016

    Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg haben in Kolumbien Regierung und die Rebellen der linken Farc-Guerilla im Herbst 2016 ein historisches Friedensabkommen unterzeichnet. Die Rebellen der Farc hatten sich damals verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten ihre Waffen niederzulegen. Dennoch sind noch Gruppen von Farc-Dissidenten aktiv, die das Abkommen ablehnen.

    Im August kündigten mehrere frühere Rebellen-Kommandeure an, den Kampf gegen die Regierung wieder aufnehmen zu wollen. In die vom Guerilla aufgegebenen Gebiete sind zudem Verbrecherbanden vorgestoßen. Diese agieren in unmittelbarer Nähe der Siedlungen von Ureinwohnern, um die Treffen mit dem Militär vermeiden zu können, und massakrieren die Indigenen, die ihnen im Weg stehen.

    pd/tm/dpa

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    Tags:
    Einsatz, Rebellen, Farc, Massaker, Drogenhandel, Kolumbien