20:43 05 Dezember 2019
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    SDF-Soldaten in Syrien (Archiv)

    Damaskus ruft Kurden zum gemeinsamen Kampf gegen die „türkische Aggression“ auf

    © AP Photo / Maya Alleruzzo
    Politik
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    Nach dem Ausbau der Kontrolle über weite Gebiete des nordöstlichen syrischen Gouvernements al-Hasaka hat das Oberkommando der syrischen Armee die Kurdenmilizen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) dazu aufgerufen, sich ihren Armeeeinheiten anzuschließen, um gegen die „türkische Aggression“ zu kämpfen.

    Wie aus einer Erklärung des syrischen Verteidigungsministeriums laut der staatlichen Agentur SANA hervorgeht, sei das Oberkommando bereit, Mitglieder der Milizen, die sich mit der syrischen Armee vereinen wollten, aufzunehmen und ihren Status zu regeln.

    Syrien stehe einem gemeinsamen Feind gegenüber, so das Ministerium. Deswegen müssten sich seine Söhne – sowohl Araber, als auch Kurden – vereinen, um jeden Zentimeter der syrischen Gebiete von Terroristen zu befreien.

    Syrisches Gouvernement Al-Hasaka

    Al-Hasaka ist ein syrisches Gouvernement an der Grenze zur Türkei und zum Irak, das überwiegend mit Kurden, Arabern und Aramäern/Assyrern besiedelt ist. Als Folge des Bürgerkrieges in Syrien existiert das Gouvernement als Verwaltungseinheit nicht mehr. Im April 2017 standen nur noch Teile der beiden größten Städte, die namengebende Stadt al-Hasaka und Qamishli, unter der Kontrolle der Regierungstruppen. Der Großteil der Region befand sich dagegen unter der Kontrolle kurdischer Volksverteidigungseinheiten (YPG).

    Türkische Offensive in Nordsyrien

    Die Türkei hatte am 9. Oktober ihre seit längerem angedrohte Offensive unter dem Namen „Friedensquelle” gegen die Kurdenmiliz YPG im Nordosten Syriens, die sie als Terrororganisation betrachtet, gestartet. Gegen mehrere Städte der Region wurden Raketen- und Bombenangriffe geflogen. Etwas später wurde der Beginn einer Bodenoffensive angekündigt.

    Russland hat die Türkei mehrmals vor Handlungen gewarnt, die die Beilegung des seit 2011 währenden Konflikts im Bürgerkriegsland Syrien behindern könnten. Die Regierung in Damaskus hatte die Okkupationspolitik der Türkei im Norden Syriens mehrmals verurteilt.

    Moskau-Ankara-Memorandum zu Syrien

    Am 17. Oktober verständigten sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan in der südrussischen Stadt Sotschi über ein Memorandum zur Lage in Syrien.

    Demnach sollen die russische Militärpolizei und der syrische Grenzdienst beim Abzug der kurdischen Volksmilizen und ihrer Bewaffnung aus der 30 Kilometer breiten Zone an der syrisch-türkischen Grenze Unterstützung leisten.

    Am Montag hatte Russlands Verteidigungsministerium über den vorfristigen Abzug der Kurden aus der Sicherheitszone berichtet. Zudem hatte der türkische Staatschef, Recep Tayyip Erdogan, verkündet, dass die mit dem Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, vereinbarten gemeinsamen russisch-türkischen Patrouillen entlang der türkisch-syrischen Grenze am Freitag beginnen sollten.

    ns/tm

     

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Agentur SANA, Russland, Türkei, Syrien