20:39 14 November 2019
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    Neuseeland verbietet durch Terroranschlag inspiriertes Computerspiel – Behörde

    CC BY-SA 2.0 / Binary Koala / game night at duende
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    Das neuseeländische Medienaufsichtsbehörde OFLD hat ein durch die Ereignisse in Christchurch veranlasstes Videospiel als „anstößig“ eingestuft und verboten. Dort ist Mitte März zu bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen gekommen. Dies geht aus einer auf der Webseite der Behörde am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung hervor.

    Demnach wird der Spieler in diesem Videospiel in die Rolle eines Terroristen namens "Brenton Torrent“ versetzt.  Laut dem Chef der OFLD (Office of Film and Literature Classification), David Shanks, handelt es sich dabei ein Produkt, das für die Anhänger weißen Rassismus kreiert und vermarktet wurde - man könne Angriffe von solchen Extremisten nachspielen und bejubeln.

    Ebenfalls sei die als Video verfügbare damalige Live-Übertragung des Terroristen verboten worden, der kürzlich in Halle in Deutschland einen Anschlag auf eine Synagoge versucht und dabei zwei Menschen getötet hatte.

    „Für die Öffentlichkeit ist die Botschaft deutlich: Hierbei handelt es sich um illegale terroristische Werbeartikel, die Hass verbreiten und Morde fördern sollen. Unterstützt, kauft und verbreitet dieses Material nicht…Wenn Sie Kopien davon besitzen, löschen Sie diese jetzt“, heißt es in der Mitteilung.

    Anschlag auf Moscheen in Christchurch

    Im neuseeländischen Christchurch war es am 15. März zu bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen gekommen. Der mutmaßliche Attentäter, Brenton Tarrant, hat bei diesem rassistisch motivierten Anschlag 50 Menschen getötet und weitere 50 Personen verletzt.

    Tarrant sitzt in Neuseelands einzigem Hochsicherheitsgefängnis in Auckland etwa 1000 Kilometer von Christchurch entfernt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 51-fachen Mord, 40-fachen Mordversuch sowie Terrorismus vor. Dem 28 Jahre alten Australier droht deshalb lebenslange Haft.

    Vor der Tat hatte er eine Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt. Den Anschlag selbst hatte er mit einer Helm-Kamera live ins Internet übertragen. Zuvor hatte der Schütze ein Manifest veröffentlicht, in dem er zum Mord an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem Bürgermeister von London, Sadiq Khan, aufrief.

    Laut dem Pressedienst von Facebook wurden in den ersten 24 Stunden nach der Schießerei mehr als 1,5 Millionen Videos gelöscht, die den Angriff in Christchurch aufzeichneten.

    Anschlag in Halle

    Am 9. Oktober hatte der schwer bewaffnete 27-jährige Stephan B. versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der rund 50 Gläubige den wichtigsten jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Plan misslang, erschoss der Täter eine 40 Jahre alte Passantin und einen 20-jährigen Mann in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss. Auf seiner Flucht verletzte er ein Ehepaar durch Schüsse schwer. Der 27-Jährige hat die Tat gestanden und dabei antisemitische und rechtsextreme Motive eingeräumt. Er sitzt in Untersuchungshaft.

    pd/tm/

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    Moscheen, Deutschland, Halle, Synagoge, Anschlag, Live-Übertragung, Videospiele, Neuseeland