12:24 20 November 2019
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    Menschen in Kaschmir (Archiv)

    Geschäfte geschlossen, Straßen verlassen: Kaschmir verliert seinen Sonderstatus und wird geteilt

    © REUTERS / Danish Siddiqui
    Politik
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    Die Entscheidung der indischen Regierung über die Bildung der Unionsterritorien Jammu, Kaschmir und Ladakh im Norden des Landes am Donnerstag ist laut Medien förmlich in Kraft getreten.

    „Heute machen Jammu, Kaschmir und Ladakh einen Schritt in Richtung einer neuen Zukunft", sagte Narendra Modi, anlässlich des Tages der nationalen Einheit in Gujarat. Seine Worte werden vom Sender NDTV zitiert.

    Die Entscheidung von Premierminister der Republik, Narendra Modi, im August, den Status von Kaschmir zu ändern und eine Region, die auch von Pakistan beansprucht wird, enger zu fassen, hat laut Reuters Ärger und Ressentiments ausgelöst, während ein drei Jahrzehnte langer bewaffneter Aufstand tobte. 

    Kurz nach Mitternacht am Mittwoch traten die Befehle der Bundesregierung in Kraft, die den alten Staat Jammu und Kaschmir in zwei alliierte Territorien aufteilten - eines Jammu und Kaschmir und das andere die buddhistisch dominierte Hochgebirgsregion Ladakh.

    Beide werden direkt von Delhi regiert, und neue Vizegouverneure sollten später am Donnerstag in den Gouverneurs-Räumlichkeiten in höchster Vertraulichkeit vereidigt werden.

    „Der unerfüllte Traum von der Integration von Jammu und Kaschmir ist nun verwirklicht", sagte der Innenminister Amit Shah, der die politische Strategie zum Deal mit Kaschmir leitet.

    Läden zu - als Zeichen der Opposition gegen Kaschmirs neuen Status 

    Geschäfte und Büros blieben am Donnerstag im indischen Kaschmir geschlossen, die Straßen sind weitgehend verwaist, als die Behörden die verfassungsmäßige Autonomie des unruhigen Bundesstaates formell widerrufen und in zwei Bundesgebiete aufgeteilt haben. 

    Am Donnerstag war auf den Straßen von Srinagar, der Hauptstadt, nur wenig Verkehr - nur die Kinder gingen zur Schule, um hastig arrangierte Prüfungen zu bestehen. Viele sind seit der Niederschlagung im August nicht mehr zur Schule gegangen.

    Indien hofft, durch die Öffnung der Eigentumsrechte in Kaschmir für Menschen außerhalb der Region das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, Arbeitsplätze zu schaffen und den Fokus von dem Kriegszustand abzuwenden, durch den mehr als 40.000 Menschen gestorben sind.

    Indien beschuldigt seinen nördlichen Nachbarn Pakistan, die Revolte am Leben erhalten zu haben, was der atomar bewaffnete Nachbar bestreitet.

    Die Behörden setzten zusätzliche paramilitärische Kräfte in Teilen von Srinagar ein, wo in der Vergangenheit seit der Bekanntgabe des Statuswechsels am 5. August kleine Proteste ausgebrochen waren.

    Trotzdem gab es am Mittwoch 20 kleine Vorfälle mit Steinwürfen aus Srinagar und anderen Teilen des Kaschmir-Tals, teilte ein Beamter der Staatspolizei mit.

    Der frühere Ministerpräsident von Jammu und Kaschmir, Mehbooba Mufti, einer von vielen inhaftierten Politikern, sagte, um den Ausbruch großer Proteste zu verhindern, die Bundesregierung müsse sich mit den Kaschmiris befassen, bevor sie sich noch mehr entfremden.

    Artikel 370 

    Wie Modi feststellte, brachte Artikel 370 der indischen Verfassung, der Jammu und Kaschmir einen Sonderstatus verlieh, der Region „nur Separatismus und Terrorismus" ein. "Dies ist der einzige Ort in unserem Land, an dem ein solcher Artikel in Kraft war, an dem in den letzten 30 Jahren 40.000 Menschen durch Terroristen ums Leben gekommen sind", sagte der indische Führer.

    Am 5. August kündigte Neu-Delhi die Aufhebung von Artikel 370 der Verfassung an, wodurch der Staat Jammu und Kaschmir abgeschafft und zwei verbündete Gebiete in dieser Region geschaffen wurden: Jammu und Kaschmir sowie Ladakh. Das benachbarte Pakistan verurteilte diese Entscheidung aufs Schärfste. In der Folge hat sich die Situation in dieser ohnehin umstrittenen Region noch verschärft.

    ek/tm

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    Tags:
    Narendra Modi, Proteste, Entscheidung, Ladakh, Pakistan, Indien, Jammu und Kaschmir