22:55 05 Dezember 2019
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow

    „Verantwortungsvoller Ansatz“: Russischer Außenminister zur Nord Stream 2-Genehmigung aus Dänemark

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    Die Entscheidung Dänemarks, die Genehmigung für den Bau des Gaspipeline-Projekts Nord Stream 2 zu erteilen, zeigt laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow einen verantwortungsvollen Ansatz. Lawrow hat sich im Anschluss an den Verhandlungen mit dem OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger zum Thema geäußert.

    „Ich denke, dass das vor allem ein verantwortungsvoller Ansatz ist. Gestern hat Präsident (Russlands Wladimir – Anm. d. Red.) Putin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ungarischen Ministerpräsidenten betont, dass die Entscheidung von den Interessen Europas diktiert worden sei. Dänemark als europäisches Land hat sich dem Konsens angeschlossen, der sich vor langer Zeit bezüglich des Nord Stream 2 als eines Projekts gebildet hat, das die Energiesicherheit der europäischen Länder erhöhen wird <...> Wirtschaftliche und kommerzielle Projekte sollten frei von jeglicher Politisierung sein und nicht zu Geiseln geopolitischer Spiele werden“, sagte Lawrow auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem OSZE-Generalsekretär.

    Zuvor am Mittwoch hat die dänische Energieagentur (DEA) mitgeteilt, dass sie dem Unternehmen Nord Stream 2 AG die Genehmigung zum Bau eines Abschnitts der Gaspipeline Nord Stream 2 auf dem dänischen Festlandsockel südöstlich von Bornholm in der Ostsee erteilt hat. Damit hat Dänemark bürokratische Hindernisse dem Projekt aus dem Weg geräumt.

    Nord Stream 2

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Strängen mit einer Jahresgesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas vor. Die Stränge sollen parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream von der russischen Ostseeküste bis nach Deutschland verlaufen. Die Gasleitung soll durch die Territorialgewässer und die ausschließlichen Wirtschaftszonen der Ostseeanrainer – Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland – führen. 

    Der Betreiber des Nord Stream 2-Projekts arbeitet daran, den Bau der Gaspipeline in den kommenden Monaten abzuschließen. Die Verlegungsfrist bezüglich des Abschnitts in dänischen Gewässern hänge von den Wetterverhältnissen und Genehmigungsbedingungen ab, die das Unternehmen bereits untersuche, teilte der Pressedienst der Nord Stream 2 AG gegenüber der Agentur RIA Novosti mit.

    Alexej Miller, der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, sagte gegenüber Reportern, dass der Betreiber beabsichtige, die Pipeline rechtzeitig fertigzustellen. Die Verlegung durch dänische Gewässer könne fünf Wochen dauern.

    Den früheren Berichten zufolge ist die Fertigstellung für Ende 2019 geplant.

    pd/tm/sna

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    Projekt, Dänemark, Gazprom, Alexej Miller, Thomas Greminger, Verhandlungen, Nord Stream 2, Sergej Lawrow, Gaspipeline