23:32 16 November 2019
SNA Radio
    Wladimir Putin

    „Wohlverdiente Autorität unter Arbeitskollegen“: KGB-Personalakte zu Putin veröffentlicht

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Politik
    Zum Kurzlink
    292869
    Abonnieren

    Das Zentrale Archiv historisch-politischer Dokumente in Sankt Petersburg hat eine von dem sowjetischen Geheimdienst KGB (heute FSB) zusammengestellte Personenalakte von Russlands Präsident Wladimir Putin veröffentlicht. Putin ist seit 1975 KGB-Mitarbeiter gewesen. Das entsprechende Dokument hat der lokale TV-Sender „78“ auf Twitter geteilt.

    „Während seiner Tätigkeit in den staatlichen Sicherheitsorganen hat sich Putin W. W. als pflichttreuer, disziplinierter und gewissenhafter Angestellter bewährt. Er ist moralisch stabil. Er genießt unter seinen Arbeitskollegen die wohlverdiente Autorität“, heißt es im Dokument. Auch befasse sich er mit Parteistudien und verbessere seine beruflichen Fähigkeiten.

    ​Die Beschreibung besagt auch, dass der zukünftige Präsident Russlands seit 1975 bei der Komsomol-Jugendorganisation der KGB-Verwaltung registriert worden war. Es wurde besonders darauf hingewiesen, dass Putin Sportmeister der UdSSR in Judo und Sambo war.

    Anatolij Rachlin (1938-2013), der einst elf Jahre lang Putins Judo-Trainer war, erinnerte sich daran, dass dieser „bereits als junger Mann wusste, wie man Schmerzen erträgt“, und  wunderbar kämpfen konnte. Dabei habe er sich bei den Wettkämpfen nicht mithilfe der „Physik“ behauptet, sondern dank „Einfallsreichtum“. Auch sei es schwierig gewesen, seine Handlungen vorherzusehen. 

    Karriere im Geheimdienst

    Wladimir Putin ist Absolvent der Juristischen Fakultät der Staatlichen Universität Leningrad (heute Sankt Petersburg) (LGU). Im KGB begann er 1975 unmittelbar nach dem Studienabschluss zu arbeiten. Seit 1977 war er als Spionageabwehr-Offizier in der Ermittlungsabteilung der Leningrader KGB-Verwaltung tätig.

    Zwischen 1985 und1990 hat Putin beim Geheimdienst KGB in der DDR in Dresden gearbeitet.

    2018 sagte Putin gegenüber russischen Journalisten, dass er auch einige Zeit lang als ein getarnter Geheimdienstler ausgebildet worden sei. Diese seien Menschen von besonderer Qualität, besonderer Überzeugung und besonderem Charakter gewesen.

    „Nicht jeder kann auf sein Alltagsleben, auf ihre Familien und Nächsten verzichten, das Land für viele, viele Jahre verlassen und sein Leben dem Dienst am Vaterland widmen. Das kann nur die Elite. Ich sage das ohne Übertreibung“, sagte der russische Präsident.

    Putins Tätigkeit in Moskau

    Seit 1996 arbeitet Wladimir Putin in Moskau. Zunächst war er Stellvertretender Leiter der Geschäftsführung des Präsidenten der Russischen Föderation Boris Jelzin. Im Juli 1998 erfolgte die Ernennung zum Direktor des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), des Nachfolgedienstes des KGB.

    Im August 1999 wurde Putin durch ein klares Votum der Duma (russisches Parlament) im Amt des Regierungs-Vorsitzenden bestätigt. Am 31. Dezember, nach dem Rücktritt Jelzins, übernahm er die Amtsvollmachten des Präsidenten der Russischen Föderation.

    Das Zentrale Archiv historisch-politischer Dokumente

    Die Papiere, die die führenden Personen Russlands und Sankt Petersburgs betreffen, werden in der Ausstellung zum 90. Jahrestag des Zentralarchivs historischer und politischer Dokumente von St. Petersburg präsentiert. Eine feierliche Veranstaltung wird am 13. Februar stattfinden. Die Ausstellung ist bis zum 20. Dezember geöffnet. Die Dokumente werden auch in elektronischer Form veröffentlicht und auf mobilen Ständen im historischen Park „Russland ist meine Geschichte“ gezeigt.

    pd/tm/sna

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Boris Jelzin, St. Petersburg, Russland, Präsident, Dresden, Tätigkeit, Geheimdienst, FSB, KGB, Wladimir Putin