Widgets Magazine
17:45 12 November 2019
SNA Radio
    Statue „Mutter Heimat ruft“ auf dem Mamajew Kurgan in Wolgograd

    „Russland so viel für Befreiung vom Faschismus geopfert, und die AfD…“ - Linksfraktion in Wolgograd

    © Sputnik / Konstantin Chalabov
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    136157228
    Abonnieren

    Seit fünf Jahren findet in der russischen Heldenstadt Wolgograd – Stalingrad zu sowjetischen Zeiten –  jährlich das internationale Forum der Volksdiplomatie statt. Man diskutiert über globale Herausforderungen und macht Vorschläge für bessere bilaterale Beziehungen. Seit gut vier Jahren ist auch eine Delegation der Linksfraktion dabei. 

    „Hier der Besuch auf dem Mamajew-Hügel bei der Statue ‘Mutter Heimat’“, schreibt Alexander Neu auf seiner Facebook-Seite. Die Niederlage Nazi-Deutschlands sei ja in Stalingrad eingeleitet worden – „und nicht in der Normandie, wie manche Geschichtsklitterer heutzutage behaupten“.

    Als Obmann im Verteidigungsausschuss des Bundestages sieht man ihn mit dem stellvertretenden Mitglied des Auswärtigen Ausschusses Gregor Gysi und dem ehemaligen Gewerkschaftsfunktionär Klaus Ernst durch die Allee der Helden in Wolgograd gehen – sie gehen zur weltberühmten und 85 Meter hohen Statue.

    Auch die Büroleiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau und Linke-Politikerin Kerstin Kaiser sowie der Sprecher der Linksfraktion, Michael Schlick, sind bei der diesjährigen Konferenz vom 30. Oktober bis 2. November dabei – insgesamt sind es neun Leute aus Deutschland.

    Alexander Neu war dieses Jahr auch als einer der wenigen deutschen Politiker bei den Feierlichkeiten zum Siegestag in Moskau anwesend.

    Generell kamen diesmal etwa 40 Delegationen aus der ganzen Welt in Wolgograd mit den russischen Kollegen zusammen. Organisiert wird das Forum von der Stadtverwaltung sowie der staatlichen Universität Wolgograd.

    „Als Büroleiterin der Stiftung und Mitglied des Petersburger Dialogs bin ich immer dabei beim Dialog an der Wolga, denn wir machen viele Projekte mit der Uni“, sagt Kerstin Kaiser gegenüber Sputnik.

    Michael Schlick meint seinerseits, es habe sich im Laufe der Jahre eine echte Freundschaft zu den Leuten in Wolgograd entwickelt.

    „Wir wollen ein Zeichen setzen für die deutsch-russischen Beziehungen.“

    In den letzten Jahren sei in den deutsch-russischen Beziehungen ja leider vieles schiefgegangen, aber „wir wollen trotzdem die Kontakte knüpfen und im Dialog bleiben“. Letztes Jahr war die Veranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad besonders groß.

    „Wir waren aber die einzigen aus dem Bundestag, die daran teilgenommen haben“, bedauert Schlick.

     Die anderen würden ja auch nicht wissen, dass es so was gebe, der Dialog an der Wolga sei relativ unbekannt, so Schlick. Dieses Jahr sei es für die Delegierten aus Deutschland eine große Ehre gewesen, den runden Tisch zu leiten. Man habe Themen wie den Stand der deutsch-russischen Beziehungen, Visaerleichterung, Verstärkung des Jugendaustausches erörtert sowie die Frage, was die beiden Partnerstädte von Wolgograd – Chemnitz und Köln – dazu beitragen könnten.

    Am 31. legten die Teilnehmer der Konferenz einen Kranz in der Allee der Helden nieder und besuchten anschließend den Mamajew-Kurgan.

    „Das ist Wahnsinn. Ich krieg‘ Gänsehaut, besonders wenn man oben steht, am Sockel der Statue“, sagt Schlick weiter.

    Da stehe man wörtlich auf den Gebeinen von 40.000 gefallenen Soldaten.

    „Deshalb müssen wie heute mahnen, dass sowas niemals wiederholt.“

    Finden die Politiker der Linksfraktion es nicht schade, dass der Dialog mit Russland politisch entweder der Linkspartei oder der AfD überlassen wird? “Ich finde das sehr schade“, sagt Schlick.

    Russland denke, die AfD meint es gut mit Russland… Aber allein der Satz von Alexander Gauland, Hitler und die Nazis seien nur ein Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte, zeige was Gegensätzliches, so der Sputnik-Gesprächspartner.

    „Russische Völker haben 28 Millionen Menschen verloren, so viel geopfert, um die Welt vom Faschismus zu befreien.“

    Die AfD-ler hätten dagegen zu viele rechtsextreme Züge, um zu behaupten, Freunde Russlands zu sein. Sie würden sich nicht bei den Feierlichkeiten zum Siegestag blicken lassen. Und wenn sie sich bei Russland für etwas bedanken würden, wie etwa Björn Höcke, dann bestimmt nicht für das Jahr 1945.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    AfD, Großer Vaterländischer Krieg, Wolgograd