19:38 14 November 2019
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    Der malaysische Premierminister Mahathir Mohamad

    Wenn-Dann-Regel: Malaysia kauft russische Flugzeuge, wenn EU Palmöl ablehnt – Regierungschef

    © Sputnik / Alexej Danitschew
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    Laut dem malaysischen Premierminister Mahathir Mohamad ist sein Land bereit, Flugzeuge aus russischer statt europäischer Produktion zu kaufen, sollten die EU-Länder auf den Import von malaysischem Palmöl verzichten. Er thematisierte die Frage auf einem Wirtschaftsforum in Bangkok (Thailand). Dies meldet die Agentur RIA Novosti am Samstag.

    „Wenn ihr unsere Importe reduziert oder begrenzt, werden wir die gleichen Maßnahmen ergreifen und eure Waren nicht kaufen. Wir werden russische Flugzeuge kaufen, nicht eure“, zitiert die Agentur Mahathir Mohamad. Der malaysische Premier, bekannt für seine harte Rhetorik, war am Rande des Gipfeltreffens der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) und des Ostasiatischen Gipfels auf das Thema eingegangen.

    Zudem hat er die ASEAN-Staaten dazu aufgefordert, eine feste und einheitliche Position zu allen Fragen der wirtschaftlichen und sonstigen Interessen der Staatengemeinschaft zu finden.  

    Palmöl-Exporte

    Malaysia und Indonesien sind Ursprungsländer von bis zu 90 Prozent des global verwendeten Palmöls. Dabei liefert Malaysia rund 13 Prozent seiner Palmölausfuhren nach Europa. Sollte die EU auf das Palmöl verzichten, würden beide Länder erhebliche Verluste erleiden.

    Ab 2021 wollte die EU verbieten, Palmöl für die Biodiesel-Produktion zu verwenden. So war der Wunsch des EU-Parlaments mit seiner Entscheidung im Januar 2018. Die EU-Kommission und der Ministerrat haben Berichten zufolge das Vorhaben gestoppt. Erst ab 2030 soll kein Palmöl mehr im Biodiesel Verwendung finden dürfen.

    ASEAN-Gipfel in Bangkok

    Das 35. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der ASEAN und der 14. Ostasiatische Gipfel starten am Samstag in der thailändischen Hauptstadt. Der ASEAN-Gipfel wird bis zum 4. November andauern. Dabei wird lokalen Experten zufolge vor allem die Endphase der Verhandlungen über eine der größten Freihandelszonen der Welt auf der Agenda stehen.

    An der Umfassenden Regionalen Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) wollen sich die zehn ASEAN-Staaten Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam sowie China, Indien, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland beteiligen.

    Größer als die EU

    Mit 625 Millionen Einwohnern ist die Gemeinschaft heute größer als die Europäische Union. ASEAN ist jedoch kein Verbund nach dem Muster der EU. Es gibt weder gemeinsame Gesetze noch eine einheitliche Währung, seit Ende 2015 aber einen gemeinsamen Binnenmarkt. Hauptziele der Organisation mit Sitz in Jakarta: wirtschaftliche Entwicklung, Frieden und Stabilität.

    pd/sb/sna/

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    Tags:
    Bangkok, Partnerschaft, Wirtschaft, Flugzeug, Import, EU, ASEAN, Malaysia