12:23 20 November 2019
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    US-Militärs in Syrien (Archiv)

    Rückkehr von US-Militärs nach Syrien: Experten nennen mögliche Gründe

    © Foto: U.S. Army photo by Sgt. Nicole Paese
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    US-Militärs, die Nordsyrien vor dem Start der türkischen Operation „Friedensquelle“ verlassen haben sollen, wurden in der Region wieder gesichtet, teilte ein Sputnik-Korrespondent unter Berufung auf Quellen mit. Türkische Militärexperten kommentierten gegenüber Sputnik Türkiye die Situation.

    US-Militärfahrzeuge sollen laut dem Korrespondenten in der Nähe von syrischen Gebieten erschienen sein, die die US-Armee zuvor verlassen hatte. Darüber hinaus gibt es Informationen, dass US-Militärs gemeinsam mit den kurdischen Einheiten der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (DKS) ölreiche Regionen in Nordsyrien patrouillieren.

    Holen Amerikaner verlassene Güter zurück?

    Aus der Sicht von Abdullah Ağar, dem türkischen Militärexperten und dem ehemaligen Mitglied der Spezialeinheit der türkischen Streitkräfte, ist die Rückkehr von US-Militärs nach Nordsyrien durch ihren raschen Rückzug aus der Region vor Ankaras Offensive verursacht.

    Der Experte, der früher an Militäroperationen in Syrien teilgenommen hatte, hob hervor, dass Amerikaner auf das syrische Territorium mit Lkw-Konvois kommen. Die Lastwagen seien leer.

    „Sie kehren wahrscheinlich zurück, um aus dieser Region dort zurückgelassene Ausrüstung und Materialien zu holen. Aus diesem Grund kommen sie, glaube ich, mit leeren Lastwagen“.

    Erklärt sich Washingtons Rückkehr durch Erdöl?

    Der Sicherheitsexperte Koray Gürbüz vertritt eine andere Meinung als Ağar. Gürbüz stellte die Rückkehr von US-Soldaten nach Nordsyrien in Zusammenhang mit den sich dort befindenden Ölfeldern sowie mit dem russisch-türkischen Syrien-Deal.

    Der russische Präsident, Wladimir Putin, und sein türkischer Amtskollege, Recep Tayyip Erdogan, einigten sich am 22. Oktober bei einem Treffen in Sotschi darauf, dass russische und syrische Soldaten den Abzug der kurdischen Milizen aus einem Gebiet bis zu 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt unterstützen sollen.

    Die Vereinigten Staaten hätten vor, einen „kurdischen Quasi-Staat“ im Nahen Osten zu schaffen, um die „Erdöllieferung vom Norden des Iraks in die Mittelmeerregion in die Wege zu leiten“. Das Sotschi-Memorandum habe für Washington eine Niederlage und Einflussverlust im nördlichen Syrien bedeutet, so Gürbüz.

    „Das Sotschi-Abkommen hat dazu geführt, dass die von den USA unterstützten kurdischen Kräfte die Region, wo die Operation („Friedensquelle“ – Anm. d. Red.) durchgeführt wurde, verlassen mussten. Das haben die USA bestimmt verhindern wollen. Derzeit suchen sie nach einem Einwand, in der Region wieder Fuß zu fassen und die Lage zu ihrem Gunsten zu wenden.“

    Ankoras Einsatz in Nordsyrien

    Erdogan hatte Anfang Oktober mit der Operation „Friedensquelle“ in Nordsyrien gegen die syrischen Kurdenmilizen begonnen. Am 17. Oktober stellte Ankara nach Verhandlungen mit den USA die Kampfhandlungen zeitweilig ein, damit sich die Kurden-Miliz YPG aus der 30 Kilometer breiten Sicherheitszone in Nordsyrien zurückziehen könnte.

    US-Truppen-Abzug aus Syrien

    Am 7. Oktober hatte US-Präsident, Donald Trump, angeordnet, rund eintausend US-Militärs aus dem Nordosten Syriens abzuziehen. Etwa 200 bis 300 Soldaten sollen dennoch in dem Militärstützpunkt At-Tanf bleiben.

    Der Abzug verlief laut dem US-Verteidigungsminister, Mark Esper, in Richtung Irak. Bagdad zufolge handelt es sich aber um einen Transit. Der irakische Verteidigungsminister Najah al-Sammari teilte nach einem Treffen mit Esper mit, dass die aus Syrien abziehenden US-Truppen den Irak „binnen vier Wochen“ verlassen werden.

    US-Streitkräfte bleiben teilweise in Syrien

    Der Pentagon-Chef bestätigte am 25. Oktober, dass Washington Truppen nach Nordost-Syrien schicken würde, um den Schutz der dortigen Ölfelder vor IS-Terroristen zu sichern. Diese Entscheidung macht den vorherigen Beschluss der USA von Anfang Oktober teilweise rückgängig, ihre Streitkräfte aus der Region abzuziehen.

    Russlands Verteidigungsamt will US-Ölschmuggel in Syrien bewiesen haben

    Der offizielle Vertreter des russischen Verteidigungsministers, Igor Konaschenkow, verurteilte das Vorgehen der USA in Bezug auf die syrischen Ölfelder als „internationales staatliches Banditentum“.

    Das Amt hatte am 26. Oktober Satellitenbilder veröffentlicht, die eine Fortsetzung der rechtswidrigen Ölgewinnung durch die USA in Syrien zeigen sollen. Der Behörde zufolge weisen die vom Weltraumgeheimdienst vorgelegten Bilder darauf hin, dass das „unter dem zuverlässigen Schutz der US-Truppen“ befindliche Öl in Syrien von ihnen gewonnen und zur Bearbeitung aus Syrien abtransportiert worden sei. Dies sei sowohl vor als auch nach der Niederlage der Terrormiliz „Islamischer Staat“* in dieser Region geschehen.

    *Auch IS / Daesh: Terrororganisation, in Russland verboten

    mo/mka/sna

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    Tags:
    Kurden, USA, Norden Syriens, Syrien