23:04 16 November 2019
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    Der salvadorianische Präsident, Nayib Bukele (Archiv)

    El Salvador verweist venezolanische Diplomaten des Landes

    © AP Photo / Richard Drew
    Politik
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    Venezuelas Diplomaten müssen El Salvador verlassen. Das gab die Administration des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele am Sonntag bekannt.

    Die salvadorianische Regierung hat laut dem auf Twitter veröffentlichten Statement den Vorsitzenden der Nationalversammlung von Venezuela, Juan Guaido, als Interimspräsidenten des Landes mit der Hauptstadt Caracas anerkannt. Das hatten zuvor auch die Vereinigten Staaten, die EU sowie andere Länder weltweit getan.

    „Die Regierung El Salvadors stellt dem diplomatischen Korps des Regimes von (dem venezolanischen Präsidenten Nicolas – Anm. d. Red.) Maduro 48 Stunden zur Verfügung, um das Territorium des Landes zu verlassen.“

    Diese Entscheidung sei im Zusammenhang mit der Position San Salvadors zu dem Bericht des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) über angebliche Verstoße gegen die Menschenrechte in Venezuela getroffen worden.

    Guaidos Diplomaten sollen Maduros Beamte ersetzen

    El Salvador werde neue, von Guaido ernannte Diplomaten empfangen:

    „In der nächsten Zukunft erwartet El Salvador den Erhalt von Beglaubigungsschreiben der neuen diplomatischen Vertretung Venezuelas.“

    Kritik an „faschistischer“ und „sklavischer“ Entscheidung

    Salvadorianische Politiker kritisierten Bukeles Entscheidung aufs Schärfste. Die Fraktionschefin der Partei FMLN (Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional; dt. „Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí“) im Parlament El Salvadors, Nidia Díaz, bezeichnete die Maßnahme gegenüber Sputnik Mundo als „faschistisch“ und „sklavisch“.

    „Wir verurteilen die faschistische Maßnahme Nayib Bukeles völlig, die seine totale Unterwürfigkeit gegenüber dem US-Imperium widerspiegelt“, sagte die ehemalige Befehlshaberin einer Guerilla-Einheit.

    Die von Bukele verkündete Abschiebung der Diplomaten verstoße gegen alle internationalen Gesetze und verletze die Souveränität und Selbstbestimmung Venezuelas, dessen Volk „über sein eigenes Schicksal selbst“ entscheiden müsse.

    Ein weiterer FMLN-Politiker, Raúl Llarul, nannte Bukele auf Facebook „Verräter seines Volkes sowie der Völker unseres Amerikas“.

    Situation in Venezuela

    Im Januar hatten sich in Venezuela Massenproteste gegen Präsident Nicolas Maduro ereignet, der kurz davor vereidigt worden war. Der Vorsitzende der Nationalversammlung von Venezuela, Juan Guaido, erklärte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten des südamerikanischen Landes. Die USA sowie mehrere Länder Lateinamerikas und weltweit auch andere, darunter das EU-Parlament, erkannten Guaido als rechtmäßigen Übergangspräsidenten an. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den USA inszenierten Putschversuch sprach.

    mo/sb/sna/rtr

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    Tags:
    Juan Guaido, Nicolas Maduro, Venezuela, El Salvador