12:44 20 November 2019
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    Emmanuel Macron und Wladimir Putin in Elysee-Palast (Archivbild)

    „Riskante Strategie“: Polnische Experten über mögliche Annäherung zwischen Moskau und Paris

    © Sputnik / Pressedienst des russischen Präsidenten
    Politik
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    Experten der polnischen Denkfabrik PISM (das Polnische Institut für Internationale Beziehungen) haben Besorgnis über Frankreichs Annäherungskurs an Russland ausgedrückt. Dies könne die Einheit innerhalb der EU und Nato in einer Reihe von Fragen untergraben, lautet die Botschaft. Der Bericht ist auf der Webseite des PISM veröffentlicht worden.

    „Wenn Macron  (Frankreichs Präsident Emmanuel – Anm. d. Red.) seine unilaterale Politik der Normalisierung der Beziehungen zu Russland fortsetzt, ohne die EU-Partner zu konsultieren, kann dies zur Bildung einer neuen, schärferen Spaltungslinie zwischen den EU-Ländern hinsichtlich der Politik gegenüber Russland führen. Als Resultat könnte die Einheit der EU in Bezug auf die bestehenden Sanktionen untergraben werden“, heißt es im Bericht.

    Paris sei daran interessiert, einen Verbündeten wie Moskau zu gewinnen, um eine Reihe von Krisen außerhalb Europas, darunter den Syrienkonflikt, erfolgreich lösen zu können. Zudem erwarte Macron auch wirtschaftliche Vorteile aus der Kooperation mit Russland, z.B. ein größeres bilaterales Handelsvolumen.

    Riskante Strategie

    Doch sei eine Strategie der engeren Zusammenarbeit mit Russland riskant, so die Ansicht. Unter anderem könne Moskau Macron für seine eigenen Zwecke nutzen: In der russischen Propaganda beispielsweise könne der französische Präsident als führender Politiker dargestellt werden, der die angeblich aggressive Politik Russlands unterstützt.

    „Dies würde den Eindruck erwecken, dass Frankreich völkerrechtswidrige russische Aktivitäten legitimiert, was seine Beziehungen zu der Ukraine und zu solchen Ländern der Nato-Ostflanke wie Polen, Rumänien und den baltischen Staaten gefährden würde“, heißt es weiter im Bericht.

    Für Polen unerwünschte Annäherung

    Experten zufolge ist die Annäherung zwischen Frankreich und Russland für Polen ungünstig. Dabei handle es sich unter anderem um die Idee des französischen Präsidenten, Russland in die Gestaltung der „neuen Sicherheitsarchitektur in Europa“ einzubeziehen.

    „Wenn Paris eine solche Politik gegenüber Russland weiterhin verfolgt, wird dies seine Differenzen mit Polen verschärfen, was nicht dazu beitragen wird, die Sackgasse in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu überwinden“, schrieben polnische Analytiker.

    Zuvor hatte Macron  angemerkt, dass der europäische Kontinent niemals Stabilität und Sicherheit erreichen werde, ohne die Beziehungen zu Russland befriedet und geklärt zu haben.

    PISM

    Das Polnische Institut für Internationale Angelegenheiten ist eine der wichtigsten mitteleuropäischen Denkfabriken. Das PISM befasst sich mit der Außenpolitik, der europäischen Integration sowie mit Sicherheit und den internationalen Wirtschaftsbeziehungen.

    pd/mka/

     

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    Tags:
    Europa, Spaltung, Polen, EU, NATO, Annäherung, Sicherheitsarchitektur, Sanktionen, Russland, Frankreich, Emmanuel Macron