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18:04 12 November 2019
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    US-Militärs im Nordosten Syriens

    USA bilden zwei neue Basen in erdölreichen Bezirken Syriens – Medien

    © AFP 2019 / Delil Souleiman
    Politik
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    Die Vereinigten Staaten sollen offenbar mit dem Bau von zwei neuen Militärbasen in der ölreichen Provinz Deir ez-Zor im Nordosten Syriens begonnen haben, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf lokale Quellen.

    US-Militärs bereiten sich demnach auf die Bildung der Militärstützpunkte bei der Ortschaft al-Sur und in der Dislokationszone der 113. Brigade der US-Armee vor. Auf diesem Gelände soll eine große Zahl an Technik beobachtet werden. Unter anderem seien in die Region 250 bis 300 Militärs sowie gepanzerte Militärfahrzeuge, schwere Waffen und Munition geschickt worden.

    Die USA hätten nach den Erklärungen über die Reduktion ihrer Präsenz im Norden Syriens aufgrund des Starts des türkischen Einsatzes „Friedensquelle“ das Militärpatrouillieren um die Erdölfelder herum im Nordosten Syriens wiederaufgenommen. Laut der Agentur vergrößern derzeit die Vereinigten Staaten die Militärlieferungen nach Deir ez-Zor. Am 28. Oktober wurde demnach ein aus 170 Fahrzeugen bestehender amerikanischer Konvoi in die Gegend geschickt. Dabei handele es sich um eine der größten Verlegungen amerikanischer Militärs und Technik aus dem Irak nach Syrien.

    Die Agentur verweist darauf, dass die USA das Territorium des größten Ölfelds des Landes Al-Omar als ihre Basis nutzen würden. Darüber hinaus besitzen die Vereinigten Staaten weitere Stützpunkte in drei Bezirken von Deir ez-Zor.

    Türkei-Einsatz in Nordsyrien

    Der türkische Staatschef, Recep Tayyip Erdogan, hatte Anfang Oktober mit der Operation „Friedensquelle“ in Nordsyrien gegen die syrischen Kurdenmilizen begonnen. Am 17. Oktober stellte Ankara nach Verhandlungen mit den USA die Kampfhandlungen zeitweilig ein, damit sich die Kurden-Miliz YPG aus der 30 Kilometer breiten Sicherheitszone in Nordsyrien zurückziehen könnte.

    US-Truppen-Abzug aus Syrien

    Am 7. Oktober hatte US-Präsident Donald Trump angeordnet, circa eintausend US-Militärs aus dem Nordosten Syriens abzuziehen. Etwa 200 bis 300 Soldaten sollen dennoch in dem Militärstützpunkt At-Tanf bleiben.

    Der Abzug verlief laut dem US-Verteidigungsminister, Mark Esper, in Richtung Irak. Bagdad zufolge handelt es sich aber um einen Transit. Der irakische Verteidigungsminister, Najah al-Shammari, teilte nach einem Treffen mit Esper mit, dass die aus Syrien abziehenden US-Truppen den Irak „binnen vier Wochen“ verlassen würden.

    US-Militärs bleiben teilweise in Syrien

    Der Pentagon-Chef bestätigte am 25. Oktober, dass Washington Truppen nach Nordost-Syrien schicken würde, um den Schutz der dortigen Ölfelder vor Terroristen der Terromiliz IS* („Islamischer Staat“; auch Daesh) zu sichern. Diese Entscheidung hebt den vorherigen Beschluss der USA von Anfang Oktober teilweise auf, ihre Streitkräfte aus der Region abzuziehen.

    Russlands Verteidigungsministerium nimmt Stellung

    Der offizielle Vertreter des russischen Verteidigungsministers, Igor Konaschenkow, verurteilte das Vorgehen der USA in Bezug auf die syrischen Ölfelder als „internationales staatliches Banditentum“.

    Das Amt hatte am 26. Oktober Satellitenbilder veröffentlicht, die eine Fortsetzung der rechtswidrigen Ölgewinnung durch die USA in Syrien zeigen sollen. Der Behörde zufolge weisen die vom Weltraumgeheimdienst vorgelegten Bilder darauf hin, dass das „unter dem zuverlässigen Schutz der US-Truppen“ befindliche Öl in Syrien von ihnen gewonnen und zur Bearbeitung aus Syrien abtransportiert worden sei. Dies sei sowohl vor als auch nach der Niederlage der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in dieser Region erfolgt.

    * Terrororganisation, in Russland verboten

    ak/ae

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    Tags:
    Militärstützpunkte, Ölfelder, Agentur Anadolu, USA, Deir ez-Zor, Syrien