04:43 15 November 2019
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    Russland und EU (Symbolbild)

    Griechenland strebt bessere Russland-EU-Beziehungen an

    © Sputnik / Vladimir Sergeev
    Politik
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    Griechenland strebt laut seinem Außenminister Nikos Dendias konsequent einen Ausbau des Dialogs mit Russland an und unterstützt die Initiativen zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und der EU.

    „Dies wird mein erstes Treffen mit Herrn Lawrow sein. Es macht mir große Freunde, dass wir jene Fragen eingehend diskutieren können, die uns beunruhigen. Griechenland und Russland halten an den historischen Banden der Freundschaft und Zusammenarbeit fest. Unser Land strebt konsequent danach, die guten Beziehungen der Zusammenarbeit mit der russischen Seite auf Basis gegenseitiger Achtung und Gerechtigkeit weiter auszubauen“, sagte Dendias am Dienstag gegenüber der Agentur RIA Novosti im Vorfeld seines Moskau-Besuchs.

    Ihm zufolge hat Griechenland immer einen Dialog mit Russland geführt, selbst, wenn die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, zum Beispiel in den vergangenen Jahren, schwere Zeiten erleben.

    Was die antirussischen Sanktionen anbelangt, betonte der Minister, Griechenland sei als Mitglied der EU an ihre Entscheidungen gebunden und verpflichtet, die gegen Russland verhängten Einschränkungen anzuwenden.

    Zugleich gehöre Griechenland zu jenen Ländern, deren Agrarproduzenten von den russischen Gegenmaßnahmen am meisten betroffen seien, betonte Dendias.

    Athen vertritt die Auffassung, dass die EU gute Beziehungen und offene Kommunikationskanäle zu Russland unterhalten müsse. 

    „Unser Land betrachtet Russland als einen untrennbaren Teil der europäischen Sicherheitsinfrastruktur und strebt danach, einen positiven Beitrag zum Dialog mit Russland zu leisten. Wir unterstützen die Initiativen, die auf die Verbesserung der Beziehungen zwischen der EU und Russland abzielen und verweisen dabei auf die Notwendigkeit, das Völkerrecht voll und ganz umzusetzen“, so der Minister.

    Russland-Besuch von griechischem Außenminister

    Der griechische Außenminister, Nikos Dendias, wird am Mittwoch zu einem Besuch in Russland erwartet. Geplant sind Verhandlungen mit seinem russischen Amtskollegen, Sergej Lawrow. Besondere Aufmerksamkeit soll der internationalen und regionalen Agenda, darunter auch der Situation im östlichen Mittelmeerraum und auf dem Balkan, zukommen.     

    Immer mehr EU-Länder sprechen sich gegen antirussische Sanktionen aus 

    Eine im August 2019 durchgeführte YouGov-Umfrage hatte ergeben, dass nur noch knapp jeder fünfte Deutsche die gegen Russland verhängten Sanktionen unterstützt. In Österreich war die negative Einstellung zu den Sanktionen noch stärker.

    Im Juli hatte Italiens Ministerpräsident, Giuseppe Conte, der Anfang September erneut auf seinem Posten bestätigt wurde, nach Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten, Wladimir Putin, erklärt, die italienische Regierung werde sich darum bemühen, Bedingungen für die Aufhebung der gegen Russland verhängten Sanktionen zu schaffen. Später gab der Abgeordnete des slowakischen Nationalrats, Peter Marček, die Vorbereitung einer Resolution über eine einseitige Abschaffung der antirussischen Sanktionen bekannt.

    Auch im österreichischen Nationalrat ertönten Stimmen, die die Aufhebung der gegen Russland verhängten Sanktionen befürworteten. Ende August sprachen sich die Regierungschefs von vier ostdeutschen Bundesländern für die Rückkehr Russlands in die G7-Gruppe aus und verwiesen auf die negative Auswirkung der Anti-Russland-Sanktionen. Auch der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Klaus Ernst, verwies auf die Schädlichkeit der antirussischen Sanktionen.

    Antirussische Sanktionen

    Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Staaten hatten sich wegen der Situation in der Ukraine verschlechtert, wo sich Anfang 2014 ein Staatsstreich ereignet hatte, sowie aufgrund der Wiedervereinigung Russlands mit der Krim nach einem entsprechenden Referendum auf der Halbinsel, die bis dahin Teil der Ukraine gewesen war.

    Die USA und die EU verhängten politische und wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen Russland. Moskau konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln aus den Ländern, die zuvor Sanktionen gegen Russland angewandt hatten, und wechselte zu Importersatz.

    ns/ae/sna 

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    Tags:
    Nikos Dendias, Sergej Lawrow, Aufhebung, Sanktionen, Krim, Ukraine, Österreich, Beziehungen, EU, Deutschland, Griechenland, Russland