04:14 18 November 2019
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    FSB-Chef Alexander Bortnikow

    IS bereitet Expansion in ehemalige Sowjetrepubliken vor – FSB-Chef

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    Politik
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    Die Geheimdienste der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) vermelden wachsende Aktivitäten von Kämpfern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS; auch Daesh) * in Afghanistan. Laut dem Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes, Alexander Bortnikow, planen sie eine Expansion in die ehemaligen Unionsrepubliken.

    „Wir registrieren wachsende Aktivitäten von IS-Formationen in Afghanistan, die sich im sogenannten ‚Wilayah Khorasan‘ (IS-Ableger in Afghanistan – Anm. d. Red.) vereinigt haben“, sagte Bortnikow am Donnerstag in einer Sitzung des Rates der Leiter der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste der GUS-Staaten in Usbekistans Hauptstadt Taschkent.

    In enger Verbindung mit ihnen agierte die islamistische Gruppe „Dschamaat Ansarullah“ und die „Islamische Bewegung von Ostturkestan“. Ihr Ziel sei es, einen Brückenkopf für eine Expansion in den GUS-Raum zu schaffen. Dabei sollten Extremisten aus zentralasiatischen Republiken eingesetzt werden.

    Wie der FSB-Chef weiter betonte, begreifen die Terroristen ihre Niederlage in Syrien und im Irak und verlegten deswegen ihre restlichen Kräfte außerhalb des Nahen Ostens. Sie bilden laut Bortnikow neue instabile Zonen in Asien und Afrika und schlafende Zellen in Europa.

    Zuvor hatte der Vize-Leiter des russischen Regierungsapparats, Sergej Prichodko, mitgeteilt, dass etwa 10.000 IS-Terroristen in Afghanistan agierten, ein wesentlicher Teil davon in nördlichen und östlichen Provinzen.

    IS-Zellen in Russland

    Seit Jahresbeginn hatten Mitarbeiter des russischen Innenministeriums und des Inlandgeheimdienstes (FSB) in 17 russischen Regionen IS-Terrorzellen ausfindig gemacht.

    So wurden im Juli in der südrussischen Region Rostow die Tätigkeiten einer IS-Zelle unterbunden. Ihr sollen drei Russen angehört haben, die laut Angaben einen Angriff auf Polizeimitarbeiter sowie Terroraktionen geplant hatten.

    Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

    Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (kurz GUS) ist eine zwischenstaatliche Vereinigung der ehemaligen Republiken der Sowjetunion. Sie war am 8. Dezember 1991 durch die Staatsoberhäupter Russlands, Weißrusslands und der Ukraine gebildet worden.

    Der GUS gehören aktuell auch Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, die Republik Moldau, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan an. Im Jahr 2009 trat Georgien aus der GUS aus. Auch die Ukraine hat einen strittigen Status.  

    Im März 2014 ließ der Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine verlauten, dass die Ukraine auf die Mitgliedschaft in der GUS verzichten wolle. Im April 2018 hatte der damalige Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, das Ministerkabinett beauftragt, ein Verfahren zum offiziellen Austritt des Landes aus den Gründungsorganen der GUS einzuleiten.

    *Terrororganisation, in Russland verboten

    ns/ae/sna 

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    Tags:
    Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Ukraine, Zellen, Alexander Bortnikow, GUS, Afghanistan, Russland