04:39 18 November 2019
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    Angela Merkel und Emmanuel Macron

    Merkel wirft Macron „drastische“ Wortwahl über Nato vor

    © REUTERS / TOBY MELVILLE
    Politik
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Äußerung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Nato deutlich kritisiert. Macron hatte zuvor der Organisation den „Hirntod“ bescheinigt und erklärt, auf die Nato und die USA sei kein Verlass mehr.

    Macron habe „drastische Worte“ verwendet, äußerte Merkel in einer Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. „Ein solcher Rundumschlag ist nicht nötig, auch wenn wir Probleme haben, auch wenn wir uns zusammenraufen müssen.“

    „Diese Sichtweise entspricht nicht meiner“, sagte Merkel in Bezug auf Macron weiter. Das transatlantische Bündnis sei „unabdingbar für uns“. Ihrer Ansicht nach gebe es viele Bereiche, in denen die Allianz gut arbeite.

    Nato-Chef Stoltenberg schloss sich der Sichtweise der Kanzlerin an. „Die Nato ist stark“, betonte er.

    „Hirntod der Nato“

    Emmanuel Macron hat den Staatenbund wenige Wochen vor dem Nato-Gipfel in die Mangel genommen. Einer der Kritikpunkte seien fehlende Absprachen, sagte er im Interview mit der britischen Zeitung „The Economist“, das am Donnerstag veröffentlicht wurde.

    „Was wir derzeit erleben, ist der Hirntod der Nato“, so der französische Präsident im Interview.

    Außerdem gebe es „keinerlei Koordinierung bei strategischen Entscheidungen zwischen den USA und ihren Nato-Verbündeten“. Seiner Meinung nach wenden sich die Vereinigten Staaten immer mehr von Europa ab.

    sm/gs/dpa

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    Tags:
    NATO, Angela Merkel, Emmanuel Macron