10:34 15 November 2019
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    US-Wahl 2020: Facebook startet Programm zum Schutz vor Einmischung

    © AP Photo / Noah Berger
    Politik
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    Das US-amerikanische Konzern Technologie-Facebook hat ein Programm zum Schutz der Benutzerkonten von Politikern und Parteien vor Hackern oder sonstiger Einmischung bei den US-Präsidentschaftswahlen 2020 gestartet. Auch andere Schutzmaßnahmen seien vorgesehen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens von Donnerstag hervor.

    „Heute starten wir Facebook Protect (dt.: Schutz), um die Accounts von Mandatsträgern, Kandidaten, deren Mitarbeitern und anderen Personen weiter zu schützen, die besonders anfällig für Angriffe von Hackern und ausländischen Gegnern sein können. Wie wir bei den vergangenen Wahlen gesehen haben, können sie Ziele böswilliger Aktivitäten sein“, heißt es in der Mitteilung.

    Demnach müssen sich die Facebook- und Instagram-Nutzer registrieren, um an dem Programm teilnehmen zu können. Es beinhaltet eine Zwei-Faktor-Authentifizierung; die Benutzerkonten werden hinsichtlich Hack-Versuchen überwacht. Dabei geht es zum Beispiel um Versuche, von ungewöhnlichen Orten aus oder mithilfe nicht verifizierter Geräte in das System einzudringen.

    „Wenn wir einen Angriff auf ein einzelnes Benutzerkonto entdecken, können wir andere, mit derselben Organisation verbundene Accounts überprüfen und schützen, die in unserem Programm registriert sind“, heißt es weiter.

    Zudem erweitert das Unternehmen die Anforderungen für Online-Accounts, auch bezüglich der Offenlegung von Informationen darüber, wer oder was hinter einem bestimmten Benutzerkonto steht. Wenn alle die Konten betreffenden Bedingungen erfüllt seien, werde für diese die Angabe „Confirmed Page Owner“ (dt.: Bestätigter Seiteninhaber) gelten.

    Markierung für staatlich kontrollierte Medien

    Facebook gab weiter an, sich bei den Kennzeichnungsaufgaben nur auf staatlich kontrollierte Medien konzentrieren zu wollen. Ab November werde die Liste der staatlich kontrollierten Medien laufend aktualisiert. Für Anfang 2020 sei geplant, die Beschriftung auf bestimmte Posts auszudehnen und diese Labels auch auf Instagram anzuwenden.

    Facebook beabsichtigt außerdem, den Kampf gegen die Verbreitung von Fehlinformationen zu verstärken. Schon in Kürze würden auf Facebook und Instagram Inhalte, die als falsch oder teilweise falsch eingestuft werden, auf besondere Weise markiert. Dies werde sich auch auf die Stories auf Instagram auswirken.

    Die Blockierung solcher Inhalte wird zumindest zum jetzigem Zeitpunkt nicht thematisiert.

    Die Authentifizierung werde von bestimmten „dritten unabhängigen Organisationen durchgeführt, die die Fakten verifizieren“. Um welche Art von Organisationen es dabei geht, wird allerdings nicht erklärt.

    Facebook gegen Fake News

    Im Oktober hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erklärt, Facebook sei in den vergangenen Jahren im Kampf gegen Propaganda und gefälschte Nachrichten deutlich besser geworden. Zugleich sei das Online-Netzwerk aber immer raffinierteren Attacken aus Ländern wie Russland, Iran und China ausgesetzt.

    Auch Vertreter der US-Geheimdienste und der Regierung hatten Moskau Einmischung in die Präsidentschaftswahlen 2016 vorgeworfen. Facebook und eine Reihe anderer US-amerikanischer Internetkonzerne wurden damals wegen unzureichender Maßnahmen zur Verhinderung derartiger Eimischung in ihren Netzwerken kritisiert. Der US-Kongress forderte von den Unternehmen die Verschärfung der Regeln für soziale Netzwerke.

    Moskau hat alle Anschuldigungen dieser Art stets zurückgewiesen.

    US-Wahlen 2020

    Am 5. November 2020 finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt. Donald Trump strebt eine zweite Amtszeit an.

    pd/sb/sna/

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    Wahlen, US-Kongress, Mark Zuckerberg, Schutz, Account, Russland, Hacker, Programm, Einmischung, Facebook, USA