22:56 05 Dezember 2019
SNA Radio
    Bau der Gaspipeline Nord Stream 2

    Wegen Nord Stream 2: Polnische Kartellbehörde bestraft französische Engie

    © Sputnik / Ilja Pitaljow
    Politik
    Zum Kurzlink
    263217
    Abonnieren

    Die polnische Kartellbehörde UOKiK hat am Freitag laut einer entsprechenden Twitter-Mitteilung den französischen Energieversorgungskonzern Engie, also einen der Investoren des Projekts Nord Stream 2, bestraft.

    Verhängt wurde demnach eine Strafe in Höhe von 172 Millionen Zloty (etwa 40,3 Millionen Euro) für die „beharrliche und unbegründete Verweigerung“, die erbetenen Dokumente in Bezug auf die Teilnahme des Unternehmens am Bauprojekt der Gaspipeline Nord Stream 2 vorzulegen.

    ​Es gebe keine offiziellen Informationen dazu, ob weitere Projektteilnehmer bestraft worden seien. Ein Sprecher des Unternehmens Shell teilte jedoch dem russischen Medienunternehmen RBK mit, dass es keine Strafe von der polnischen Kartellbehörde erhalten habe.

    „Wir haben zusammengearbeitet und die erbetenen Informationen zur Verfügung gestellt“, sagte ein namentlich nicht genannter Sprecher.

    Am Donnerstag hatte die polnische Behörde gewarnt, dass die geplante Strafe die größte in der Geschichte der Institution sein werde.

    ​Im Mai 2018 hatte die Wettbewerbsbehörde UOKiK eine Ermittlung gegen Investoren von Nord Stream 2 eingeleitet. Damals hieß es, dass ihre Baufinanzierung der Gaspipeline die Entscheidung von UOKiK über das Verbot für die Gründung eines Konsortiums zur Umsetzung dieses Projekts verletze.

    Nord Stream 2

    Das Projekt sieht den Bau von zwei Gaspipeline-Strängen mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland vor. Der Preis des Bauprojekts wird auf 9,5 Milliarden Euro geschätzt.

    Die Gasleitung soll durch die Territorialgewässer und die ausschließlichen Wirtschaftszonen der Ostseeanrainer — Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland – führen. Alle Länder, durch deren Hoheitsgewässer die Leitung gebaut wird (Russland, Deutschland, Finnland und Schweden), haben dem Projekt ihre Zustimmung gegeben.

    Am 30. Oktober hat endlich auch Dänemark laut der Energieagentur des Landes (DEA) ihre bisher fehlende Genehmigung für den Nord Stream 2-Bau erteilt.

    Europäische Partner von Gazprom in diesem Projekt sind die Unternehmen Uniper und Wintershall aus Deutschland, die österreichische OMV, die französische Engie und die britisch-holländische Shell.

    ak/mt

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Qualität anders als in EU: Deutsche und andere Marken sorgen für Verbraucherskandal in Russland
    Putin: Nur Paris hat auf Moratorium-Idee reagiert - dies zwingt Russland, sich zu schützen
    „Sie bauen einfach weiter“: Rohrverlegung bei Nord Stream 2 wieder aufgenommen – OMV
    Tags:
    Strafe, Engie, Frankreich, Polen, Nord Stream 2