04:49 18 November 2019
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    Homöopathie (Symbolbild)

    “Globukalypse” in Bayern: Landtag beschließt Studie zum Einsatz von Homöopathie statt Antibiotika

    CC0 / Pixabay
    Politik
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    Mit den Stimmen von CSU und Freien Wählern hat der bayerische Landtag beschlossen, eine Studie durchführen zu lassen, die prüfen soll, ob homöopathische Mittel in bestimmten Fällen Antibiotika ersetzen können. Die Opposition kritisiert das Vorhaben als überflüssig und fahrlässig, auf Twitter sorgt es für Häme.

    Wegen des Problems mit multiresistenten Keimen will der bayerische Landtag prüfen lassen, ob man statt Antibiotika auch homöopathische Mittel verschreiben kann. In der Begründung berufen sich die Antragsteller auf einen OECD-Bericht, demzufolge bis zum Jahr 2050 rund 2,4 Millionen Menschen in Europa, Nordamerika und Australien an Infektionen mit multiresistenten Keimen sterben könnten. Der Anstieg an multiresistenten Keimen sei der oft unnötigen Antibiotikaverordnung geschuldet. Weiter heißt es wörtlich:

    „Wissenschaftliche Studien, speziell im Bereich der HNO-Erkrankungen, konnten auf-zeigen, dass durch den Einsatz klassischer Homöopathie sowohl ein Einsatz von Antibiotika vermieden als auch eine Verbesserung der individuellen Infektabwehr erreicht werden konnte. Weiterhin wies eine Studie zur Mortalität von Patienten mit einer schweren Sepsis darauf hin, dass eine homöopathische Behandlung eine nützliche zusätzliche Behandlungsmethode bei schwer septischen Patienten darstellen kann.“

    Die CSU-Fraktion stimmte geschlossen für den Antrag, ebenso die Freien Wähler. Mit 29 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen befürworteten auch die Grünen mehrheitlich das Vorhaben. Geschlossen dagegen sprachen sich hingegen die Fraktionen von SPD, FDP und AfD aus.

    "Das Vorhaben der bayerischen Staatsregierung ist fahrlässig, weil es bereits mit der Fragestellung suggeriert, dass homöopathische Mittel wie Globuli multiresistente Keime bekämpfen könnten", sagte Dominik Spitzer (FDP).

    Linken-Landessprecher Ates Gürpinar nannte das Vorhaben ein „Konjunkturprogramm für die Pharmaindustrie.

    Und dieser Grüne twitterte, er schäme sich manchmal für seine Partei.

    Bei anderen Usern sorgt das Vorhaben für Belustigung und Häme.

     

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