04:39 18 November 2019
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    Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer (Archiv)

    Union-Anhänger trauen Merz Kanzlerkandidatur deutlich mehr als AKK zu – Umfrage

    © AFP 2019 / WOLFGANG KUMM
    Politik
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    Der frühere Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, hat laut den jüngsten Umfragen den größten Zuspruch unter den Union-Anhängern bekommen.

    Dem ZDF-Politbarometer zufolge sind 35 Prozent der CDU/CSU-Anhänger der Meinung, dass die Union mit Merz die größten Chancen hätte, ein gutes Bundestagswahlergebnis zu erzielen. Nur acht Prozent trauen das der CDU-Parteivorsitzenden und der deutschen Verteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer, zu.

    Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (15 Prozent) sowie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (14 Prozent) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (12 Prozent) landeten bei dieser Frage vor der CDU-Parteivorsitzenden. Bei den zehn wichtigsten Politikern des Landes liegt Kramp-Karrenbauer auf dem letzten Platz, hinter dem deutschen Innenminister Horst Seehofer und der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen.

    Die Interviews wurden in der Zeit vom 5. bis 7. November 2019 bei 1264 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

    Hälfte der CDU/CSU-Anhänger unterstützt Merz

    Auch beim jüngsten ARD-Deutschlandtrend lag Merz unter den befragten Union-Anhängern deutlich vor der Verteidigungsministerin: Nach Meinung der Hälfte der Befragten (50 Prozent) ist der Ex-Fraktionschef ein guter Kanzlerkandidat, 31 Prozent halten die amtierende CDU-Vorsitzende für eine gute Kanzlerkandidatin.

    An der Studie nahmen 1007 wahlberechtigte Deutsche im Zeitraum zwischen dem 4. und dem 5. November telefonisch teil. Die Schwankungsbreite beträgt von 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte.

    Merz fühlt sich „ermutigt“

    Merz äußerte sich am Donnerstag zu seinen eigenen Ambitionen indirekt. Bei einer Podiumsdiskussion in Passau sagte der Sauerländer laut der Zeitung „Passauer Neue Presse“ auf die Frage aus dem Publikum, ob er selbst Kanzlerkandidat werden wolle: „Die Frage steht heute nicht an.“

    „Ich fühle mich ermutigt“, fügte der Politiker aber laut dem Blatt hinzu.

    Auch ein Sonderparteitag könne über die Kanzlerkandidatur entscheiden. Zugleich wies Merz in einem Gespräch mit dem Nachrichtensender n-tv Spekulationen zurück, er säge am Stuhl von Kramp-Karrenbauer und plane auf dem CDU-Parteitag in Leipzig Ende November einen Putsch.

    Das seien „einfach Unsinn“ und „Gerüchte ohne jede Substanz“, so Merz. Die CDU stürze ihre Vorsitzenden nicht.

    AKK setzte sich Ende 2018 nur knapp gegen Merz durch

    Nachdem die damalige CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel am 29. Oktober 2018 erklärt hatte, nicht mehr bei der Wahl zur Parteivorsitzenden anzutreten, kündigte Annegret Kramp-Karrenbauer ebenso wie Jens Spahn und Friedrich Merz umgehend die Absicht an, für Merkels Nachfolge an der Spitze der Partei zu kandidieren.

    Kramp-Karrenbauer – in den Medien oft als AKK bezeichnet – hatte sich in einer Kampfabstimmung auf dem Bundesparteitag am 7. Dezember 2018 in Hamburg nur knapp gegen Merz durchgesetzt. Die 1001 Delegierten entschieden sich mit 517 Stimmen für die Saarländerin. Auf den Gegenkandidaten Merz entfielen 482 Stimmen.

    mo/sb/dpa

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    Tags:
    CDU/CSU, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz, Deutschland