06:01 18 November 2019
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    Vor dem Schweißen müssen die beiden überlappend liegenden Rohrenden eines Stranges der Nord Stream 2-Pipeline durch das Verlegeschiff angehoben und zugeschnitten werden

    Sprecher: Erklärungen von Polens Kartellamt UOKiK ohne Folgen für Nord Stream 2

    © Foto: Nord Stream 2/Axel Schmidt
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    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (60)
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    Die jüngsten Erklärungen des polnischen Kartellamtes UOKiK haben mit der Umsetzung des Gaspipelineprojekts Nord Stream 2 nichts zu tun, teilte Jens Müller, Sprecher des Projektbetreibers Nord Stream 2 AG, am Freitag RIA Novosti mit.

    Im Mai hatte UOKiK dem russischen Gaskonzern Gazprom und den fünf Partnern OMV, Wintershall, Shell, Uniper und Engie Verstöße gegen die Antimonopolgesetzgebung Polens vorgeworfen - weil sie den Bau weiterhin finanzieren.

    Am (heutigen) Freitag teilte die Regulierungsbehörde mit, Engie zu einer Geldstrafe in Höhe von 172 Millionen Zloty (44,7 Millionen Euro) verurteilt zu haben. Der französische Konzern habe keine Daten zu dem Fall zur Verfügung gestellt, argumentierte UOKiK.

    Müller zufolge gehen der Gazprom-Konzern und seine Partner im Projekt strikt nach Normen der gültigen internationalen und der jeweiligen nationalen Gesetzgebung vor. Die Nord Stream 2 AG habe alle notwendigen Genehmigungen der Länder erhalten, in deren Hoheitsgewässern die Pipeline verlegt wird. Das Projekt werde strikt nach Plan umgesetzt, betonte er.

    Letzte Hürde überwunden

    Dänemark hatte am 30. Oktober als das letzte Land den Bau der Gaspipeline in seinen Hoheitsgewässern genehmigt. Die Trasse verläuft somit südöstlich der Insel Bornholm. Zuvor war das Projekt bereits mit Deutschland, Schweden und Finnland abgestimmt worden.

    Bislang wurden 2.100 Kilometer Rohre der beiden Stränge von Nord Stream 2 verlegt. Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller zufolge würden die Arbeiten im dänischen Hoheitsgewässer höchstens fünf Wochen in Anspruch nehmen.

    Gaspipeline Nord Stream 2

    Die Pipeline Nord Stream 2 hat einen geschätzten Wert von rund 9,5 Milliarden Euro. Gazprom stellt die Hälfte der Summe bereit und die Partner den Rest - jeweils 950 Millionen Euro.

    Erdgas aus Russland soll in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge von mehr als 2.400 Kilometern Gesamtlänge fließen. Der Anlandepunkt für Nord Stream 2 liegt am Greifswalder Bodden neben dem der ersten Nord-Stream-Leitung. Er wird mit der Gasaufnahmestation von Gascade, einer Tochter von Wintershall und Gazprom, verbunden. Deren Gesamtfläche beträgt 11,9 Hektar. Auf der Station wird russisches Gas noch einmal gefiltert, der Druck in der Röhre gesenkt, Gas angewärmt und gemessen. Anschließend kommt es über die Anbindungsleitungen NEL und EUGAL ins Gastransportsystem der EU.

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    Themen:
    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (60)
    Tags:
    Engie, Nord Stream 2 AG, Geldstrafe, das polnische Kartellamt UOKiK, Polen