06:03 18 November 2019
SNA Radio
    John Shipton, Vater vom Wikileaks-Gründer Julian Assange (Archivbild)

    Assanges Vater befürchtet Todesgefahr für seinen Sohn im Gefängnis

    © AP Photo / Dominic Lipinski
    Politik
    Zum Kurzlink
    161175
    Abonnieren

    Der Vater des WikiLeaks-Gründers Julian Assange, John Shipton, hat erklärt, dass sein Sohn nach neun Jahren Verfolgung wegen der Aufdeckung „politischer Verbrechen“ der USA im Gefängnis sterben könnte, schreibt die britische Zeitung „Daily Mail“.

    Er habe vor zwei Tagen seinen Sohn in dem britischen Gefängnis besucht und sei dort auf „die bittere Wahrheit“ gestoßen, dass Assange dort „sterben könnte“, sagte Shipton der Zeitung am Freitag.

    „Das ist nicht die herbe Enttäuschung eines Vaters, das ist einfach eine Tatsache.“

    Die Haftbedingungen für Assange im britischen Gefängnis Belmarsh hatte Shipton bereits früher als qualvoll bezeichnet. Der WikiLeaks-Gründer sei hinter Gitter mit enormen physischen und psychischen Leiden konfrontiert und nehme merklich ab. Bei einem Treffen im August habe sein Sohn gezittert und sei nervös gewesen, so Shipton.

    Der Fall Assange

    Der Gründer der Enthüllungsplattform hatte im Jahr 2010 geheime Dokumente der USA bezüglich der Kriege in Afghanistan und im Irak, darunter über die Tötung von Zivilisten bei Militäroperationen und über die Haftbedingungen im US-Gefängnis Guantanamo auf Kuba, veröffentlicht.

    Im selben Jahr war Assange in Schweden von zwei Frauen wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. Im Jahr 2012 flüchtete er in die Botschaft Ecuadors in London in der Befürchtung, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte. Am 11. April 2019 wurde er festgenommen, nachdem Ecuador Assange das politische Asyl entzogen hatte.

    Ein Londoner Gericht verurteilte den 47-Jährigen wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft.

    Die US-Behörden erhoben Ende Mai neue Anklagen gegen den Enthüller wegen Verstoßes gegen das Anti-Spionage-Gesetz und der Veröffentlichung geheimer Dokumente. Im Falle seiner Auslieferung an die USA kann der WikiLeaks-Gründer zu 175 Jahren Haft verurteilt werden.

    ls/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Daily Mail, WikiLeaks, John Shipton, Julian Assange, Ecuador, Schweden, USA, Großbritannien