04:06 18 November 2019
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    Kein Atomphysik-Zentrum in Fordo: Iran weicht von Atomabkommen ab – Medien

    © AP Photo / Ronald Zak
    Politik
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    Der Iran wird einer Mitteilung des Staatssenders IRIB zufolge die unterirdische Atomanlage in Fordo nicht in ein internationales Zentrum umwandeln und lehnt damit eine weitere Bestimmung des Wiener Atomabkommens ab. Inzwischen reichert das Land Uran nun bis auf fünf Prozent an, meldet die AFP am Samstag.

    Behrouz Kamalvandi, der Sprecher der iranischen Atomenergie-Organisation (AEOI), habe angekündigt, der Iran werde eine Reihe der im gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPoA) verankerten Verpflichtungen aufgeben. Dies gelte auch für jenen Punkt, der einen Umbau der Anlage in Fordo zu einem internationalen Atomphysik-Zentrum vorsieht.

    Kamalvandi zufolge werden die Inspektoren der  Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) voraussichtlich am 10. November im Iran eintreffen, um die in der Fordo-Anlage angereicherten Proben zu untersuchen.

    Am 6. November hat der Iran zum vierten Mal die Erfüllung seiner Verpflichtungen im Rahmen des gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (JCPoA) abgelehnt. Berichten zufolge begann das Land, Zentrifugen zur Urananreicherung in einer Anlage in Fordo einzusetzen. Dabei sieht das Atomabkommen vor, dass der Komplex in Natans der einzige für solche Zwecke sein wird.

    Inzwischen teilte die Agentur RIA Novosti unter Berufung auf Behrouz Kamalvandi mit, Teheran beabsichtige, die Zusammenarbeit mit Russland in Bezug auf stabile Isotope in der Fordo-Anlage fortzusetzen. Dies sei Teil des Atomdeals, hieß es.

    „Wir können sagen, dass wir auch ohne Russland weiterarbeiten könnten, aber wir würden es vorziehen, dass Russland aus einer Reihe von Gründen dabei bleibt“, zitiert die Agentur Kamalvandi.

    Russland habe viel Erfahrung in der Herstellung von stabilen Isotopen, fügte er hinzu.

    Die Zusammenarbeit mit Russland werde auch in anderen Bereichen fortgesetzt, hieß es weiter. Am 10. November würden beide Seiten mit dem Bau des zweiten Blocks des Kernkraftwerks Bushehr im Süden des Irans beginnen.

    Atomdeal mit dem Iran

    Dem internationalen Atomabkommen von 2015 zufolge darf der Iran maximal 130 Tonnen schweres Wasser und 300 Kilogramm bis auf 3,67 Prozent angereichertes Uran besitzen. Überschüssige Mengen müssen exportiert werden.

    Doch hatte zuvor die IAEO bestätigt, dass der Iran die Obergrenze seiner zulässigen Vorräte von 300 Kilogramm überschritten habe. 

    pd/mt/sna/

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    Tags:
    Bushehr-AKW, Russland, Atomanlage Fordo, Urananreicherung, Zentrifugen, Atomabkommen, Iran