05:40 18 November 2019
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    Türkischer Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu

    Wohin fließt Profit von syrischem Öl? Türkischer Außenminister kritisiert USA

    © REUTERS / Maxim Shemetov
    Politik
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    Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat die USA für die Aussagen des Pentagon-Sprechers über den Profit von den Ölraffinerien in Syrien kritisiert, den angeblich die „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) erwirtschaften.

    Zuvor hatte der Pentagon-Sprecher Rath Hoffman versichert, dass der Profit vom syrischen Öl an die kurdischen Formationen der „Demokratische Kräfte Syriens“ und nicht an die USA gehen würde.

    „Keiner hat das Recht auf Verfügung über Syriens Reichtümer. Aus der Ferne von Zigtausenden Kilometern hierher zu kommen und von der Einschätzung der Ölvorkommen dieses Landes zu sprechen – das widerspricht dem Völkerrecht. Sie (die USA) gestehen offen, dass sie sich dort wegen der Erdölvorkommen befinden, doch diese gehören dem syrischen Volk“, erklärte Çavuşoğlu, den die Zeitung „Hurrieyet“ zitiert.

    Etwa 90 Prozent der syrischen Ölförderung sind im Osten des Euphrats konzentriert, der zuvor Hochburg und Hauptquelle des Gewinns für IS*-Terroristen war und sich aktuell hauptsächlich unter der Kontrolle der mit den USA alliierten kurdischen Abteilungen der „Demokratischen Kräfte Syriens“ befindet.

    Im Oktober hatte der US-Präsident Donald Trump, der zuvor die Absicht bekundet hatte, alle US-Kräfte aus diesen Gebieten abzuziehen, erklärt, dass ein Teil des Militärs dort bleiben werde, um „das Öl vor IS*-Kämpfern zu schützen“. Er betonte, dass „es vielleicht höchste Zeit ist, dass die Kurden sich in diese Öl-Region begeben“, und erläuterte es damit, dass „sie Geld brauchen“.

    Dabei fügte Trump hinzu, dass „wir es so einrichten können, dass ein großes Ölunternehmen dort auftauchen und alles richtig machen wird“.

    Später erklärte der Pentagon-Chef Mark Esper, dass die USA die Ölvorkommen in Syrien verteidigen und mit Gewalt auf Versuche reagieren würden, diese einzunehmen. Nach seinen Worten würden die US-Soldaten weder Russland noch syrisches Militär dorthin zulassen.

    Laut einer Mitteilung der Agentur Associated Press würden die US-Militärs den bedeutenden Teil des Territoriums verteidigen, den die syrischen Kurden kontrollieren und der sich von Deir ez-Zor bis nach al-Hasaka erstreckt. Es ist bereits bekannt, dass auf diesem Territorium Militärstützpunkte gebaut werden sollen. Allerdings wird betont, dass die genaue Ausdehnung des Territoriums noch festzulegen sei.

    In Moskau wurden die Versuche der USA, ihre Militärpräsenz im Nordosten Syriens im Gebiet der Erdölvorkommen zu erhalten, als inakzeptabel bezeichnet. Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte, dass die USA auf Kosten der Erdöleinnahmen in Syrien die ihnen loyalen Formationen unterstützen würden. Der offizielle Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, unterstrich, dass die USA von der Ölförderung in Syrien monatlich über 30 Millionen Dollar bekommen.

    *Eine in Russland verbotene Terrorvereinigung

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Ölförderung, IS, Pentagon, Mevlüt Çavuşoğlu, Syrien, al-Hasaka, Deir-ez-Zor