17:38 18 Februar 2020
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    Angesichts der seit 19 Tagen anhaltenden Proteste gegen seine Wiederwahl hat der amtierende Präsident Boliviens, Evo Morales, am Samstag die Parlamentsparteien zu Gesprächen aufgerufen.

    Wie dpa am Sonntag meldet, bat der linke Staatschef auf Twitter Papst Franziskus sowie verschiedene Kirchen und Organisationen, die Gespräche zu begleiten.

    ​​Die Proteste waren nach der Stimmenauszählung bei den Wahlen am 20. Oktober ausgebrochen und halten seitdem an. Die Tageszeitung „Página Siete“ schreibt unter Berufung auf das Amt des Menschenrechtsbeauftragten, dass mindestens 380 Menschen dabei verletzt wurden. Seit dem Beginn der Unruhen hat es insgesamt 195 Festnahmen gegeben. Die bolivianische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen 40 Personen eingeleitet, denen die Beschädigung von staatlichen und privaten Immobilien zur Last gelegt wird.

    Dem Obersten Wahlgericht Boliviens zufolge hat der amtierende Präsident Evo Morales gleich im ersten Wahlgang den Sieg davongetragen. Sein Hauptrivale Carlos Mesa will die Ergebnisse der Stimmenauszählung nicht anerkennen.

    Regierungsgegner haben indes die staatlichen Sender Bolivia TV und Radio Patria Nueva zur Einstellung ihres Betriebs gezwungen. Morales schrieb auf Twitter, dass organisierte Gruppen die Mitarbeiter der Sender bedroht und eingeschüchtert und sie dann gezwungen hätten, ihre Arbeitsplätze zu verlassen. „Sie sagen, dass sie die Demokratie verteidigen, verhalten sich aber wie in einer Diktatur.“

    Morales betrachtet die Massenproteste im Land als einen Umsturzversuch der rechten Kräfte, die mit seiner Wiederwahl unzufrieden seien.

    ls/sb

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    Tags:
    Evo Morales, Twitter, Agentur DPA, Bolivien