16:37 18 Februar 2020
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    Um die völlig überfüllten Registrierlager der griechischen Inseln im Osten der Ägäis zu entlasten, hat die Regierung in Athen am Donnerstag 385 Migranten zum Festland bringen lassen.

    Diese Menschen sollen in Lagern, Wohnungen und Hotels in verschieden Regionen des Landes untergebracht werden, wie das Staatsfernsehen ERT weiter berichtete. Nach Regierungsangaben sollen bis zum Jahresende 20.000 Migranten von den Inseln zum Festland gebracht werden. In den vergangenen Wochen seien mehr als 7000 Migranten zum Festland gebracht worden, berichtete das Staatsradio ERT-Proto.

    Trotz der Übersiedlungen sind die Registrierlager auf den Inseln im Osten der Ägäis weiterhin restlos überfüllt. Nach jüngsten Angaben des Bürgerschutzministeriums in Athen haben allein am Dienstag 367 und am Mittwoch 380 neue Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt, berichtete das Staatsfernsehen. Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos befinden sich zurzeit knapp 35.800 Migranten. Am schlimmsten ist die Lage im Registrierlager von Samos, das Platz für nur 648 Menschen hat. Dort harren mehr als 6000 Migranten aus.

    Balkanstaaten stärker unterstützen

    Nach einer internen Einschätzung des Bundesinnenministeriums (BMI), die der Zeitung vorliegen soll, halten sich derzeit in der Balkanregion rund 12.000 Migranten auf, 7000 davon sind in Bosnien und Herzegowina. Die „migrationsrelevanten Indikatoren“ wie illegale Grenzübertritte und Zahl der Asylanträge in allen Balkanstaaten befinden sich demnach aktuell auf einem nochmals höheren Niveau im Vergleich zu den Zeiträumen 2017 und 2018.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zuvor angesichts der steigenden Flüchtlingszahl auf den griechischen Inseln vor einem noch größeren Flüchtlingszustrom als 2015 gewarnt und mehr Solidarität von den EU-Staaten gefordert.

    sm/ae/dpa

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    Tags:
    Inseln, Athen, Migranten, Flüchtlinge