06:36 06 Dezember 2019
SNA Radio
    Luftfahrt

    „In Teilen irrational“ - Lufthansa-Chef Spohr kritisiert Klimapolitik der Bundesregierung

    © AP Photo / Michael Probst
    Politik
    Zum Kurzlink
    4446
    Abonnieren

    Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat am Freitag heftige Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung geäußert. Laut Spohr erhält die deutsche Luftfahrt zu wenig Unterstützung bei der Umsetzung der Klimaziele.

    Spohr äußerte sich gegenüber dem „Handelsblatt“ sichtlich enttäuscht über die im Klimaschutzpaket festgelegten Luftverkehr-Maßnahmen: „Wenn man von uns erwartet, dass wir den bestmöglichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, dann sollte auch die Politik ihren Beitrag leisten.“

    Er sei enttäuscht, dass beispielsweise entgegen anderslautenden Ankündigungen die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer nicht für ein kraftvolles Engagement für alternative Kraftstoffe genutzt würden. Des Weiteren betonte er, die Klimadebatte sei „in Teilen von Irrationalität“ geprägt.

    Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat für 2020 und 2021 insgesamt 200 Millionen Euro für Antriebstechnologien und moderne Kraftstoffe für die Luftfahrt freigegeben. Andere Luftfahrt-Lobbyisten werteten die Gelder des Bundes als Minimalerfolg.

    Erhöhung der Luftverkehrsteuer

    Der Bundestag hat am Vormittag sein Klimaschutzpaket verabschiedet, mit dem Deutschland seine Treibhausgas-Einsparziele erreichen will. Dazu gehört auch die Förderung des umweltfreundlichen Bahnverkehrs, indem etwa die Mehrwertsteuer auf Fernbahntickets gesenkt wird. Flugreisen werden dagegen über eine Erhöhung der Luftverkehrsteuer teurer.

    Der Branchenverband BDL kritisierte die höhere Luftverkehrsteuer als nationalen Alleingang und „völlig falschen Weg für den Klimaschutz“. Vielmehr müsse Deutschland nun mit seinen europäischen Partnern darüber verhandeln, die Besteuerung des Luftverkehrs in Europa zu harmonisieren, um Wettbewerbsverzerrungen abzubauen, erklärte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

    Zahlreiche Instrumente zum Klimaschutz

    Das Klimaschutzpaket umfasst zahlreiche Instrumente zum Klimaschutz: Ein Kernelement dafür ist ein Preis auf den CO2-Ausstoß bei der Verbrennung von Benzin, Heizöl und Gas, der über die Jahre steigen soll. Als Ausgleich für dann steigende Benzin- oder Heizölpreise sollen Pendler Steuererleichterungen erhalten und die Dämmung von Häusern steuerlich gefördert werden. Hilfen soll es auch beim Ersatz alter Öl-Heizungen geben.

    Bis 2030 sollen die Treibhaus-Einsparziele erreicht werden – rund 55 Prozent weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990. Derzeit hinkt die Bundesrepublik ihren Zielen hinterher und liegt erst bei knapp 30 Prozent.

    mka/gs/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Qualität anders als in EU: Deutsche und andere Marken sorgen für Verbraucherskandal in Russland
    Polens Präsident Duda will in Russland plötzlich keinen Nato-Feind mehr sehen – Moskau kommentiert
    So kommentiert Merkel Ausweisung russischer Botschaftsmitarbeiter
    „Sie bauen einfach weiter“: Rohrverlegung bei Nord Stream 2 wieder aufgenommen – OMV
    Tags:
    Treibhausgasemissionen, Bundesregierung, Klimaschutz, Lufthansa