22:55 15 Dezember 2019
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    Ein Jet bereitet isch auf Landung in Frankfurt (Symbolbild)

    Nach Abschiebung aus Türkei: Zwei angebliche IS-Anhängerinnen in Frankfurt gelandet

    © AP Photo / Michael Probst
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    Zwei mutmaßliche IS-Anhängerinnen sind nach ihrer Abschiebung aus der Türkei in Deutschland eingetroffen.

    Laut einem Sprecher der Bundespolizei kamen die beiden Frauen am Freitagabend gegen 21.34 Uhr mit einer türkischen Linienmaschine in Frankfurt an. Sie seien einer Einreisekontrolle unterzogen worden. Das weitere Vorgehen liege in den Händen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern.

    Offenbar sollen Beamte des Bundeskriminalamts an Bord des Flugzeugs gewesen sein, meldet die DPA unter Berufung auf Sicherheitskreise.

    Abgeschobene Frauen sind Deutsche

    Nach Informationen der Agentur handelt es sich bei den am Freitag Abgeschobenen um Deutsche. Eine von den beiden wurde 1998 geboren. Ihr war es gelungen, aus dem von Kurden bewachten Gefangenenlager Al-Hol in Syrien zu fliehen. Sie saß den Angaben zufolge zuletzt in der türkischen Stadt Gaziantep in Abschiebegewahrsam.

    Darüber hinaus sollte am Freitag auch eine gebürtige Hannoveranerin ins Flugzeug gesetzt werden. Sie soll sich aus dem inzwischen aufgelösten syrischen Gefangenenlager Ain Issa in Richtung Türkei abgesetzt haben.

    In einer Meldung der privaten türkischen Nachrichtenagentur DHA war zuvor von „ausländischen Terrorkämpfern“ mit deutscher Staatsbürgerschaft die Rede.

    Türkei schiebt mutmaßliche deutsche IS-Anhänger ab

    Die Türkei hatte am Montag öffentlich die Abschiebung mehrerer deutscher mutmaßlicher IS*-Anhänger in dieser Woche angekündigt. Eine siebenköpfige deutsch-irakische Familie traf nach ihrer Abschiebung aus der Türkei am späten Donnerstagnachmittag in Berlin Tegel ein.

    Die Familie B. ist aus Hildesheim und stammt ursprünglich aus dem Irak. Sie besteht aus den Eltern, zwei Söhnen, zwei Töchtern und einem Enkelkind. Nach Erkenntnissen deutscher Behörden besitzen alle Familienmitglieder bis auf den Vater die deutsche Staatsbürgerschaft.

    Der Vater der Familie aus Hildesheim wurde nach der Ankunft festgenommen. Es bestanden deutsche Haftbefehle unter anderem wegen des Verdachts des Betruges, teilte ein Senatssprecher in Berlin mit.

    Der älteste Sohn der Familie soll in Hildesheim früher Kontakt zu dem inzwischen verbotenen „Deutschen Islamkreis“ um den Hassprediger Abu Walaa gehabt haben. Der ebenfalls aus dem Irak stammende Prediger steht zusammen mit vier weiteren mutmaßlichen Islamisten in Celle vor Gericht. Sie sollen Jugendliche als Kämpfer für den IS rekrutiert haben.

    Merkel versichert: Es gibt keinen Grund zur Sorge

    Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel (CDU), hat versichert, die deutschen Behörden würden gewährleisten, dass von Islamisten und mutmaßlichen IS-Anhängern, die die Türkei abschiebt, keine Gefahr ausgeht. Diese Menschen würden im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern einer Sicherheitsbewertung unterzogen.

    „Dementsprechend wird dann natürlich sichergestellt, dass von diesen Personen keine Gefahr ausgeht.“

    Anfang Oktober waren türkische Truppen in Nordsyrien einmarschiert und gegen die Kurdenmiliz YPG vorgegangen. Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bewachen in Nordsyrien immer noch Tausende IS-Gefangene. Nach Angaben pro-kurdischer Medienaktivisten haben die SDF trotz des türkischen Einmarsches noch die Kontrolle über alle IS-Gefangenenlager, mit Ausnahme von Ain Issa.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    mo/sb/dpa

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    Tags:
    IS, Türkei, Deutschland