17:45 10 Dezember 2019
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    Polizei in Deutschland (Archivbild)

    Deutsche Bundesanwaltschaft nimmt mutmaßliche IS-Anhängerin nach deren Einreise ins Land fest

    © AP Photo / Jens Meyer
    Politik
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    Deutschlands Bundesanwaltschaft hat eine deutsche Staatsangehörige unter anderem wegen ihrer angeblichen Mitgliedschaft in der Terrorvereinigung „Islamischer Staat“* festgenommen. Das gab die Behörde am Samstag bekannt.

    Die Festnahme fand demnach am Freitagabend durch Beamte des Hessischen Landeskriminalamts statt, als die Verdächtigte Nasim A. wieder nach Deutschland eingereist war. Der Beschuldigten wird neben der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland zugleich ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie Kriegsverbrechen gegen das Eigentum und sonstige Rechte vorgeworfen.

    A. soll Ende 2014 nach Syrien gereist sein, um im Herrschaftsgebiet des IS zu leben. Dort habe sie spätestens Anfang 2015 einen IS-Kämpfer geheiratet, mit dem sie in den Irak gezogen sei. Beide sollen in einem vom IS zur Verfügung gestellten Haus gelebt haben.

    Die Frau habe den Haushalt verrichtet, damit sich ihr Mann uneingeschränkt dem IS zur Verfügung stellen konnte. Die Verdächtige habe 100 US-Dollar im Monat vom IS erhalten und sei im Besitz eines Sturmgewehrs gewesen. Später seien die Beschuldigte und ihr Ehemann nach Syrien umgezogen, Anfang 2019 wurde sie von kurdischen Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen.

    Die Frau soll noch am Samstag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls und den Vollzug der Untersuchungshaft zu entscheiden hat.

    Zwei angebliche IS-Anhängerinnen nach Abschiebung aus Türkei in Frankfurt gelandet

    Früher wurde berichtet, dass zwei mutmaßliche IS-Anhängerinnen am Freitagabend gegen 21.34 Uhr mit einer türkischen Linienmaschine in Frankfurt gelandet waren. Es ist allerdings unklar, ob es sich bei der von der Bundesanwaltschaft festgenommenen Deutschen um eine der beiden Frauen handelt.

    Türkei schiebt mutmaßliche deutsche IS-Anhänger ab – Merkel: Es gibt keinen Grund zur Sorge

    Die Türkei hatte am Montag öffentlich die Abschiebung mehrerer deutscher mutmaßlicher IS*-Anhänger in dieser Woche angekündigt. Eine siebenköpfige deutsch-irakische Familie traf nach ihrer Abschiebung aus der Türkei am späten Donnerstagnachmittag in Berlin Tegel ein.

    Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel (CDU), hat versichert, die deutschen Behörden würden gewährleisten, dass von Islamisten und mutmaßlichen IS-Anhängern, die die Türkei abschiebt, keine Gefahr ausgeht. Diese Menschen würden im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern einer Sicherheitsbewertung unterzogen.

    „Dementsprechend wird dann natürlich sichergestellt, dass von diesen Personen keine Gefahr ausgeht.“

    Anfang Oktober waren türkische Truppen in Nordsyrien einmarschiert und gegen die Kurdenmiliz YPG vorgegangen. Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bewachen in Nordsyrien immer noch Tausende IS-Gefangene. Nach Angaben pro-kurdischer Medienaktivisten haben die SDF trotz des türkischen Einmarsches noch die Kontrolle über alle IS-Gefangenenlager, mit Ausnahme von Ain Issa.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    mo/sb/dpa

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    Tags:
    IS, Deutschland