19:57 14 Dezember 2019
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    Japan lässt USA abblitzen – Kein zusätzliches Geld für US-Truppenstationierung

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    Politik
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    Tokio hat im Juli die Forderung der USA abgelehnt, die Zahlungen für die amerikanische Truppenpräsenz im Land zu erhöhen, teilte die Agentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf Regierungsquellen mit.

    Für das Haushaltsjahr 2019 solle Japan rund 197,4 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro) für US-Streitkräfte bestimmt haben. Laut dem neuen US-Antrag müsste Japan jährlich mehr als 980 Milliarden Yen (8,1 Milliarden Euro) zahlen – etwa das Fünffache des bisherigen Anteils.

    Der Antrag sei von John Bolton, dem damaligen nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten Donald Trump, bei einem Besuch in Japan im Juli zu Gesprächen mit hochrangigen Vertretern, darunter Außenminister Taro Kono und Verteidigungsminister Takeshi Iwaya, eingereicht worden. Denselben Antrag – um eine Erhöhung auf das Fünffache des bisherigen Anteils – sollen die USA auch in Südkorea eingereicht haben.

    Die japanischen Beamten hätten Bolton erklärt, diese fünffache Erhöhung sei „unrealistisch“. Außerdem habe das Land bereits den höchsten Anteil der Stationierungskosten unter den US-Verbündeten getragen – das sind laut dem Bericht des US-Verteidigungsministeriums 74,5 Prozent im Jahr 2002 gewesen. Deutschland und Südkorea hätten im Vergleich 32,6 und 40 Prozent der Gesamtkosten für US-Streitkräfte in demselben Jahr übernommen.

    Washington fordert Geld von seinen Verbündeten

    Washington verlangt schon seit längerem von seinen asiatischen Partnern Seoul und Tokio, für die Stationierung amerikanischer Truppen mehr zu zahlen. Das Abkommen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten über die Kostenaufteilung läuft Ende März 2021 aus, und neue Verhandlungen über die japanische Unterstützung für die in Japan stationierten US-Truppen werden voraussichtlich im nächsten Frühjahr in vollem Gange sein.

    Im Rahmen des bilateralen Sicherheitsabkommens sind in Japan etwa 50.000 US-Soldaten stationiert, was die wichtigste US-amerikanische Vorwärtslogistik im asiatisch-pazifischen Raum darstellt. Die südliche Inselpräfektur Okinawa beherberge den Großteil der US-Militäreinrichtungen in Japan.

    aa/mt

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    Tags:
    Ablehnung, Stationierung, Kosten, Geld, US-Truppen, Südkorea, USA, Japan