19:33 14 Dezember 2019
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    Unruhen in Bolivien

    Proteste in Bolivien: Zahl der Toten steigt auf 23

    © AP Photo / Natacha Pisarenko
    Politik
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    Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte hat am Sonntag auf Twitter weitere Todesfälle bei den gewalttätigen Ausschreitungen in Bolivien bekanntgegeben. Die Gesamtzahl der Toten bei den jüngsten Unruhen in dem südamerikanischen Land ist damit auf 23 gestiegen.

    Neun Menschen kamen der Behörde zufolge seit Samstag durch die Handlungen der Polizei und der Streitkräfte ums Leben, weitere 122 erlitten Verletzungen.

    Die Zahl der Todesopfer der Proteste in Bolivien beträgt damit mindestens 23. Weitere 715 Menschen wurden seit dem Beginn der Ausschreitungen verletzt.

    Warnung der Uno

    Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet warnte, die eskalierende Gewalt in Bolivien könnte den demokratischen Prozess behindern.

    „Ich bin besorgt, dass die Lage in Bolivien außer Kontrolle geraten kann, wenn die Behörden die Situation unter strikter Achtung der Menschenrechte nicht in den Griff bekommen“, so die Kommissarin.

    Rücktritt von Morales

    Nach massiven Protesten und unter dem Druck des Militärs hatte der bolivianische Ex-Präsident Evo Morales am letzten Sonntag seinen Rücktritt erklärt. Nun befindet er sich im Exil in Mexiko. Gemeinsam mit dem Präsidenten hatte auch der bolivianische Vizepräsident Alvaro Garcia Linera sein Amt niedergelegt.

    Linera bezeichnete die Situation als Staatsstreich. Die zweite Vizepräsidentin des Senats, Jeanine Añez, erklärte sich zur Interimspräsidentin und will nun Neuwahlen organisieren.

    Moskau erkannte Añez als Interimspräsidentin von Bolivien an. Zugleich betonte das russische Außenministerium, dass die Ereignisse in Bolivien, die zu Morales‘ Rücktritt geführt hatten, einem Staatsstreich gleichkämen.

    Putsch wegen Lithium?

    Früheren Medienberichten zufolge kam es zu dem Staatsstreich in Bolivien kurz nach dem Scheitern des großen Lithium-Deals mit dem in Baden-Württemberg beheimateten Unternehmen ACISA. Dank dem Deal sollte Deutschland Zugriff auf die weltweit größten Lithium-Reserven bekommen.

    mo/sb/rtr

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    Tags:
    Michelle Bachelet, Evo Morales, Bolivien