19:06 14 Dezember 2019
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    Unterstützer des Wikileaks-Gründers Julian Assange (Archiv)

    Assange bleibt inhaftiert – Gerichtsentscheidung

    © REUTERS / HENRY NICHOLLS
    Politik
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    Ein Gericht in London hat am Montag die Inhaftierung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange verlängert. Das meldet ein Sputnik-Korrespondent.

    Die Anhörung dauerte demnach vier Minuten. Es ging um das Auslieferungsgesuch der USA. Der Gründer der Enthüllungsplattform nahm am Prozess per Videoschaltung aus dem Gefängnis Belmarsh teil.

    Assange langweilte sich offenbar

    Der 48-jährige Whistleblower trug einen blauen Pullover und eine weiße Hose. Er war unrasiert und trug eine Brille. Der gebürtige Australier wurde gebeten, seinen Namen und sein Geburtsdatum zu bestätigen. Er wirkte gelangweilt, als er den Worten der Anklage, der Verteidigung und der Richterin zuhörte.

    Die nächsten Anhörungen sind für den 13. und den 19. Dezember anberaumt. Der Angeklagte soll sich daran per Videochat beteiligen. Laut der Richterin wird er nur seinen Namen und sein Geburtsdatum bestätigen und keine anderen Aussagen machen müssen.

    Assanges Rechtsanwältin Gareth Peirce erklärte, dass ihr Mandant sich nicht wohl fühle und keinen Zugang zum Computer habe. Sie bat um eine Minderung seiner Haftbedingungen. Die Richterin lehnte die Bitte jedoch ab, weil sie dafür nicht berechtigt sei.

    Der Fall Assange

    Der Gründer der Enthüllungsplattform hatte im Jahr 2010 geheime Dokumente der USA bezüglich der Kriege in Afghanistan und im Irak, darunter über die Tötung von Zivilisten bei Militäroperationen und über die Haftbedingungen im US-Gefängnis Guantanamo auf Kuba, veröffentlicht.

    Im selben Jahr war Assange in Schweden von zwei Frauen wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. Im Jahr 2012 flüchtete er in die Botschaft Ecuadors in London in der Befürchtung, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte. Am 11. April 2019 wurde er festgenommen, nachdem Ecuador Assange das politische Asyl entzogen hatte.

    Ein Londoner Gericht verurteilte den 47-Jährigen wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft.

    Die US-Behörden erhoben Ende Mai neue Anklagen gegen den Enthüller wegen Verstoßes gegen das Anti-Spionage-Gesetz und wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente. Im Falle seiner Auslieferung an die USA kann der WikiLeaks-Gründer zu 175 Jahren Haft verurteilt werden.

    mo/mt/sna

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    Tags:
    Julian Assange, Großbritannien