20:35 14 Dezember 2019
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    Produktion von Kampfjets Su-57 in Russland

    Kampfjet Su-57: Teilfertigung der Exportversion in der Türkei möglich

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    Komponenten der Su-57 könnten in den Ländern gefertigt werden, die die Exportausführung dieses russischen Mehrzweckjägers kaufen. Das sagte Sergej Tschemesow, CEO des russischen Technologiekonzerns Rostec, auf der Airshow Dubai.

    Die Türkei, Indien, China, die Vereinigten Arabischen Emirate – diese Länder sind mögliche Käufer der Su-57E, Exportausführung des russischen Kampfjets der 5. Generation. Teile des Mehrzweckjägers könnten vor Ort in diesen Ländern hergestellt werden, sagte der Rostec-CEO Tschemesow in Dubai. Der Rostec-Konzern ist Mehrheitseigner der russischen Luftfahrtholding UAC (United Aircraft Corporation).

    Wichtig ist jedoch, dass der technische Stand dieser Länder die Produktion zulasse:

    „Wenn die technischen Möglichkeiten in einem Land fehlen, dann ist es schlicht unmöglich, dies zu tun“, so der Rostec-Manager.

    Die Türkei etwa habe bereits ein „handfestes Angebot“ zu den neuesten russischen Kampfflugzeugen erhalten. Noch denke Ankara nach. „Wenn die Entscheidung getroffen ist, sind wir zum Verkauf bereit. Und die Industrie ist bereit, die Su-57 und die Su-35 zu bauen“, so Tschemesow auf der Airshow Dubai, die dieser Tage stattfindet.

    Reaktion aus Ankara

    Moskau und Ankara stünden kurz davor, einen Vertrag zur Lieferung von 36 Exemplaren des Mehrzweckjägers Su-35 an die türkische Luftwaffe abzuschließen, berichteten türkische Medien. Auch könnte künftig die Fertigung einiger Bauteile der russischen Kampfjets in der Türkei vereinbart werden.

    Indes hat der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar diese Berichte dementiert: Die Türkei sei ein Partner der Vereinigten Staaten beim Bau des Kampfjets F-35. Die Lockheed Martin F-35 „Lightning II“ ist außer der Su-57E gegenwärtig das einzige auf dem Weltmarkt verfügbare Kampfflugzeug der 5. Generation. Die Exportversion der Su-57 wird momentan auf der Airshow Dubai präsentiert.

    Vorher war der russische Mehrzweckjäger der 5. Generation auf der Luftfahrtmesse MAKS 2019 in Moskau gezeigt worden. Präsident Erdogan hatte sich auf der Luftfahrtausstellung bei seinem russischen Amtskollegen Putin darüber erkundigt, ob die Su-57 zum Verkauf stehe.

    Die türkische Regierung steht seit geraumer Zeit unter dem Druck der USA. Dass Ankara russische Flugabwehrsysteme S-400 gekauft hat, veranlasst Washington, die Türkei vom F-35-Programm auszuschließen. Die Vereinigten Staaten hatten gefordert, Ankara solle amerikanische Flugabwehrsysteme „Patriot“ kaufen.

    Dass Länder im Nahen Osten sich für den Erwerb des russischen S-400-Systems interessieren, kann den Verkauf des amerikanischen Kampfjets F-35 an die nahöstlichen Staaten verhindern. Denn die USA befürchten, das russische Abwehrsystem könne Daten zum Mehrzweckjäger F-35 aufklären.

    So hatten die Vereinigten Arabischen Emirate vor zwei Jahren angekündigt, die F-35 zu kaufen. Doch der Lockheed Martin-Konzern hat inzwischen erklärt, die Auslieferung der Kampfflugzeuge sei unwahrscheinlich – aus politischen und technischen Gründen. Auch Saudi-Arabien und Katar zeigen Interesse am russischen S-400-Abwehrsystem.

    Weitere Käufer der Su-57

    Weiterhin relevant bleibt die Verkaufsmöglichkeit der Su-57 an Indien. Zwar hat Neu-Delhi das Programm verlassen, in dem gemeinsam mit Moskau eine Exportausführung der Su-57 unter dem Namen FGFA (Fifth-Generation Fighter Aircraft) entwickelt werden sollte. Doch bleibt in Indien das Interesse an Kampfjets der 5. Generation bestehen.

    Ein ranghoher Offizier der indischen Luftwaffe hat erklärt, Indien werde den Kauf der Su-57 erwägen, sobald die russischen Streitkräfte die Maschine in Dienst gestellt haben. Dann könne man konkret sehen, was das Kampfflugzeug könne. Die erste serienmäßige Su-57 soll noch in diesem Jahr an die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte ausgeliefert werden.

    In den kommenden zwei Jahren kann auch China den Kauf der Su-57 oder weiterer Su-35 beschließen, erklärten russische Branchenvertreter auf einer Luftfahrtausstellung in Lima. Chinas Luftwaffe betreibt zwar bereits Kampfjets des Typs Chengdu J-20.

    Allerdings sind bei der Entwicklung der Su-57 Technologien angewandt worden, die den chinesischen Entwicklern nach wie vor fehlen: beispielsweise Triebwerke mit Schubvektorsteuerung, Abstandswaffen oder elektronische Abwehrsysteme gegen gegnerische Luft-Luft-Raketen.

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    Tags:
    Indien, China, Nahost, Türkei, F-35, Su-35, S-400, Rostec, Russland, Sukhoi-Konzern, Kampfjet, Su-57