00:25 27 Februar 2020
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    Die Vereinigten Staaten stehen nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin vor der Notwendigkeit, ihre Beziehungen mit den Nato-Verbündeten zu revidieren.

    „Bislang hatten die Vereinigten Staaten gesagt: ‚Wir sind ein Schutzschirm vor der sowjetischen Gefahr, und Sie müssen dafür zahlen.‘ Heutzutage funktioniert das nicht sehr gut“, äußerte Putin am Mittwoch in seiner Rede beim Investitionsforum „Russia calling!“, das die russische Investmentbank VTB Capital veranstaltet.

    Nun würden die USA Schritte unternehmen müssen, um die Qualität ihrer Beziehungen mit den Verbündeten, darunter mit den Nato-Partnern, zu ändern, so der russische Staatschef weiter. Die bisherige Vorgehensweise reiche nicht mehr aus: „Wozu sollen sie (die US-Verbündeten – Anm. d. Red.) für das Aufrechterhalten der Rüstungsindustrie sowie der Arbeitsplätze in den USA zahlen? Sie werden ihre eigene Rüstungsindustrie entwickeln. Sie sprechen derzeit auch davon“, so Putin weiter.

    „Russische Gefahr ist Blödsinn“

    Außerdem ging der Präsident auf die Spekulationen über eine angebliche russische Gefahr ein. Die Staats- und Regierungschefs der westlichen Staaten seien sich dessen bewusst, dass diese Gefahr nur eine Erfindung sei:

    „Trotz aller Probleme mit der Ukraine, mit den Spekulationen um die Krim und den Donbass, sind alle sich ganz gut im Klaren, dass Russland niemanden angreifen wird“, sagte Putin.

    Er verwies auf das Kräfteverhältnis zwischen den westlichen Ländern und Russland: „Wieviel Einwohner gibt es in der EU, wieviel Einwohner gibt es in der Nato? Wie groß ist das gesamte wirtschaftliche und militärische Potential? Das ist einfach Quatsch und Blödsinn“.

    Die russische Gefahr sei eine „Erfindung“ derer, die von ihrer „Rolle der Vorausabteilung beim Kampf gegen Russland“ profitieren wollten, betonte Putin. „All das hat irgendeinen Zeitrahmen, und das ist für alle offensichtlich. Für die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten europäischen Länder ist das offensichtlich“, fügte er hinzu.

    Macrons „Hirntod“-Kritik

    Zuvor hatte der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Interview mit dem Magazin „Economist“ die Nordatlantischen Allianz scharf kritisiert und dem Militärbündnis den „Hirntod” attestiert. Aus seiner Sicht werden strategische Entscheidungen ohne Koordinierung zwischen den USA und anderen Verbündeten getroffen. Zudem plädierte er für mehr europäische Eigenständigkeit und bezeichnete die USA als keinen zuverlässigen Partner mehr. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Macrons Kritik als überzogen zurückgewiesen.

    asch/gs/sna

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    Putin, Beziehungen, Gefahr, Europa, EU, Verbündete, NATO, USA, Westen, Russland, Russland