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    Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich bei einem Besuch im japanischen Hiroshima für nukleare Abrüstung stark gemacht. Einen einseitigen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland befürwortete er trotzdem nicht.

    Damit reagierte der SPD-Politiker auch auf entsprechende Forderungen aus seiner eigenen Partei.

    „Es nutzt nichts, wenn Atomwaffen von einem Land in das andere verschoben werden. Wenn sie verschwinden sollen, dann sollen sie überall verschwinden“, sagte er.

    Die atomare Abrüstung solle „auf breiter Basis“ und nicht nur in einzelnen Ländern vonstattengehen.

    Maas erklärte zudem, warum Deutschland dem 2017 von zwei Dritteln der UN-Mitglieder beschlossenen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen nicht beitreten will:

    „Weil bedauerlicherweise die Staaten, die im Besitz von Atomwaffen sind, dem Vertrag nicht beigetreten sind“, äußerte er. Man sei der Auffassung, dass es sinnvoller sei, mit diesen Staaten über konkrete Abrüstungsschritte zu sprechen.

    Auch die japanische Regierung ist dem Verbotsvertrag nicht beigetreten. Die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki fordern allerdings einen solchen Schritt.

    Etwa 20 US-Atombomben in Deutschland

    In Deutschland lagern für die nukleare Abschreckung der Nato nach Expertenschätzung noch etwa 20 US-Atombomben. Für ihren Einsatz im Ernstfall hält die Bundeswehr „Tornado“-Kampfjets bereit.

    Linke und Grüne setzen sich für den Abzug der auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel stationierten Atomwaffen ein. Im Bundestagswahlkampf 2017 hatte sich aber auch der damalige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz dafür stark gemacht und diese Forderung später wiederholt.

    Neue atomare Aufrüstungsspirale?

    Die atomare Bedrohung ist in den vergangenen Jahren nach einer Phase der Entspannung nach Ende des Kalten Krieges wieder gewachsen. Die Kündigung des INF-Vertrags über das Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen zwischen den USA und Russland durch die Vereinigten Staaten hat Befürchtungen geschürt, dass es zu einer neuen atomaren Aufrüstungsspirale kommen könnte.

    Der Verbotsvertrag wird von rund 120 der 193 UN-Mitgliedstaaten unterstützt. Die vermutlich neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten – darunter Deutschland – hatten bereits die Verhandlungen boykottiert.

    Maas gedenkt der Opfer der US-Atonbombenabwürfe

    Maas legte in Hiroshima einen Kranz für die zehntausenden Opfer des ersten Atombombenabwurfs vor 74 Jahren nieder. In das Gedenkbuch des Friedensmuseums von Hiroshima schrieb er: „Die Erinnerung an das Leid der Menschen in Hiroshima und Nagasaki darf nie verblassen. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung dafür, dass sich solches Leid niemals wiederholt! Für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen!“

    Am Freitagmittag (Ortszeit) reiste Maas Richtung Nagoya weiter, wo er am G20-Außenministertreffen teilnimmt.

    Beim Atombombenangriff der USA wurde Hiroshima am 6. August 1945 fast vollständig zerstört, bis Ende 1945 starben etwa 140.000 Menschen. Drei Tage nach dem Bombardement von Hiroshima warfen die Vereinigten Staaten eine weitere Atombombe auf Nagasaki ab. Dort starben weitere 70 000 Menschen. Am 2. September 1945 kapitulierte Japan im Zweiten Weltkrieg.

    asch/ae/dpa

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    Tags:
    INF-Vertrag, INF-Vertrag, Nuklearpotential, Nuklearwaffen, Aufrüstung, Heiko Maas, Hiroshima, Atomabrüstung, Abzug, Verbot, Atomwaffen, Atombombe, Atomkrieg, Japan, Deutschland