08:32 10 Dezember 2019
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    Russlands Außenministerium

    Moskau vermeldet Flucht von Hunderten IS-Kämpfern in Syrien

    © Sputnik / Natalia Seliverstova
    Politik
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    Nach der türkischen Militäroffensive „Friedensquelle“ sind offenbar mehrere Hundert Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ * in Syrien auf freien Fuß gekommen. Das sagte Russlands stellvertretender Außenminister Oleg Syromolotow am Freitag gegenüber der Agentur RIA Novosti.

    Ihm zufolge hat das russische Außenministerium derweil keine genauen Angaben über die Zahl der geflüchteten Terroristen.

    „Zugleich handelt es sich nach vorliegenden Angaben um Hunderte IS-Kämpfer, die aus Haftanstalten entkommen sind“, erklärte er. 

    Dies rufe bei Moskau ernsthafte Besorgnis hervor. Die geflüchteten Terroristen könnten zur Wiederherstellung des Kampfpotentials beitragen.

    „Im Grunde genommen war all dies wegen einer Zuspitzung der Spannungen im Euphrat-Raum und wegen der illegitimen ausländischen Präsenz in Syrien möglich“, so der Diplomat.

    Ankara schiebt IS-Kämpfer weiter ab

    Am 11. November hatte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, erklärt, dass Ankara die festgenommenen IS-Kämpfer auch weiter in ihre Heimatländer ausweisen werde – ungeachtet dessen, ob sie dort tatsächlich aufgenommen werden sollten. Am selben Tag hatte der Sprecher des türkischen Innenministeriums, Ismail Catakli, mitgeteilt, die Türkei wolle demnächst sieben deutschstämmige IS-Kämpfer abschieben.

    Zuvor hatte Erdogan bekanntgegeben, die Anzahl der Anhänger des IS, die sich in türkischen Gefängnissen aufhalten würden, betrage 1149. Davon seien 737 ausländische Staatsbürger, die unter anderem aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den USA und Russland stammen. 

    Memorandum zwischen Türkei und Russland

    Am 22. Oktober hatten Russland und die Türkei in der südrussischen Stadt Sotschi ein Zehn-Punkte-Memorandum über eine gegenseitige Verständigung unterzeichnet. Das Dokument sieht unter anderem die Verlegung von Einheiten der russischen Militärpolizei und des syrischen Grenzschutzdienstes nach Nordsyrien, außerhalb der Zone der türkischen Operation „Friedensquelle“, vor. Ziel ist es, den Abzug der kurdischen Einheiten samt Waffen auf 30 Kilometer von der syrisch-türkischen Grenze, außerhalb der Zone der türkischen Operation „Friedensquelle“, zu unterstützen.

    Türkische Militäroffensive in Syrien  

    Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hatte Anfang Oktober den Beginn der Operation „Friedensquelle“ in Nordsyrien gegen die syrischen Kurdenmilizen verkündet. Am 17. Oktober stellte Ankara nach Verhandlungen mit den USA die Kampfhandlungen zeitweilig ein, damit sich die Kurden-Miliz YPG aus der 30 Kilometer breiten Sicherheitszone in Nordsyrien zurückziehen könnte.

     

    * Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten.

    ns/ae/sna 

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    Tags:
    Flucht, Terrormiliz Daesh, Großbritannien, Frankreich, USA, Oleg Syromolotow, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Deutschland, Syrien, Russland