07:30 06 Dezember 2019
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    Angela Merkel bei der Eröffnung des CDU-Bundesparteitags in Leipzig am 22. November 2019

    Das C in CDU - Bundesparteitag in Leipzig hat begonnen

    © REUTERS / HANNIBAL HANSCHKE
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    Deutschland blickt an diesem Wochenende nach Leipzig: Die CDU veranstaltet ihren diesjährigen Bundesparteitag. Überschattet wird alles von einer seit Monaten anhaltenden Personaldebatte rund um die Parteivorsitzende Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Merkel. Und nicht zuletzt geht es auch um die Frage: Wofür steht noch gleich das C in CDU?

    Bereits ein Tag vor Beginn des CDU-Bundesparteitags in Leipzig sorgte eine Aktion der Umweltorganisation Greenpeace für große Aufmerksamkeit: Aktivisten hatten am Donnerstag das „C“ an der Parteizentrale in Berlin entfernt und entführt. Nun ist es wieder da: Es erschien auf zwei Beinen am Freitag zu Beginn des Parteitags auf dem Leipziger Messegelände. Ein entsprechend verkleideter Greenpeace-Aktivist tauchte vor den Türen des Congress Centers auf und bat um Eintritt - allerdings vergeblich. Gleichzeitig rollte Greenpeace über dem Eingang ein großes Transparent aus mit der Aufschrift: „CDU sollst das Klima schützen“. Dann ließen die Aktivisten den ersten Buchstaben fallen, so dass der Schriftzug „DU sollst das Klima schützen" entstand.

    ​Um das „C“ in CDU du unterstreichen, startete der Bundesparteitag am Freitagmorgen traditionell mit einem Gottesdienst in der Leipziger Nikolaikirche. Mit dabei Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, Kanzlerin Angela Merkel, Generalsekretär Paul Ziemiak und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Kramp-Karrenbauer dürfte dabei eine kurze Nacht gehabt haben: Laut Sputnik-Informationen feilte die Parteichefin zusammen mit ihrem Team bis zuletzt an ihrer Rede, die sie am Freitagmittag vor den Delegierten hält. Sie weiß, dass davon viel abhängen wird. Einer ihrer größten Kritiker, Friedrich Merz, hat bereits eine Wortmeldung direkt nach dem Auftritt Kramp-Karrenbauers angekündigt.

    Kommt es in Leipzig also zum Showdown zwischen Merz und „AKK“? Kramp-Karrenbauer muss sich keiner Wahl stellen und Merz will die Chefin laut eigenen Aussagen nicht direkt infrage stellen. Dennoch dürfte der Parteitag zu einem Schaulaufen werden. Merz macht kaum einen Hehl daraus, dass er seine Ambitionen, womöglich doch noch Nachfolger von Angela Merkel zu werden, längst nicht aufgegeben hat. Allerdings lautet sein Plan offenbar fürs Erste, vor allem Kritik in der Sache zu üben.

    Auf der Tagesordnung steht außerdem der Austausch zum neuen Grundsatzprogramm sowie Beschlüsse zur Digitalisierung, Frauenquote, Kopftuchverbot in Grundschulen und zur Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft. Auch die Vergabe des 5G-Netzausbaus an den chinesischen Konzern Huawei, sowie der Antrag der CDU Baden-Württemberg für Deutschlandflaggen vor öffentlichen Schulen wird sicherlich heiß diskutiert werden.

    Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte in seiner Parteitagsrede, er freue sich auf kontroverse Debatten. Diese müssten anständig im Ton, aber hart in der Sache geführt werden. Welche Rolle dem „C“ in CDU zukommt, wird dabei sicher ebenso eine Rolle spielen, wie der Schlagabtausch zwischen Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer.

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    Tags:
    Leipzig, Paul Ziemiak, Armin Laschet, Annegret Kramp-Karrenbauer, Michael Kretschmer, CDU