15:15 14 Dezember 2019
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    José Bayardi

    USA nehmen immer mehr Einfluss auf Ereignisse in Südamerika – Uruguays Verteidigungsminister

    © AP Photo / Matilde Campodonico
    Politik
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    Uruguays Verteidigungsminister José Bayardi hat gegenüber RIA Novosti von einer erhöhten Aktivität der USA in Südamerika gesprochen. Laut Bayardi sind Washingtons Eingriffe besonders an den jüngsten Unruhen und Konflikten einiger südamerikanischer Länder zu beobachten.

    Dem Politiker zufolge ist der Handelskrieg ein Kampf um die globale Vorherrschaft. Die Vereinigten Staaten strebten danach, Südamerika sowohl strategisch, politisch als auch wirtschaftlich an ihre Interessen anzupassen. Sie könnten allerdings größere Erfolge erzielen, wenn sie auf eine gutnachbarliche Politik des Respekts und gegenseitigen Verständnisses setzten würden. 

    „Der Handelskrieg mit China hat dazu geführt, dass die USA ein immer größeres Interesse an Südamerika bekunden und versuchen, mehr Einfluss auf die Ereignisse in den südamerikanischen Ländern zu nehmen. Sie hatten zum Beispiel  die Absetzung der Arbeiterpartei Brasiliens (PDT), den Rücktritt von Evo Morales in Bolivien sowie das Scheitern der Friedensverhandlungen in Kolumbien und den Zerfall der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen) beeinflusst“, erklärte Bayardi.

    Die USA wollen in den Ländern ihre politischen Spieler haben, für eine Politik, die ihren Interessen entsprechen würde. Deswegen könnten die rechten Kräfte jeden Weg zur Macht einschlagen, ob durch Wahlen oder Autorität. Das stelle eine große Gefahr für Südamerika dar, so  Bayardi abschließend.

    Unruhen in Südamerika

    Am 20. Oktober hatte Evo Morales bei den Präsidentschaftswahlen bereits im ersten Wahlgang den Sieg errungen, doch sein Konkurrent Carlos Mesa erkannte die Wahlergebnisse nicht an. Die bolivianischen Streitkräfte forderten Morales daraufhin auf, zur Gewährleistung der Stabilität im Lande seinen Posten zu verlassen, wonach er und die gesamte oberste Führung Boliviens am 10. November zurücktraten. Morales verließ kurze Zeit später das Land.

    Kolumbiens Hauptstadt Bogotá wurde am Freitag von Protesten erschüttert. Sie richteten sich gegen die Regierung des konservativen Präsidenten Duque, unter anderem gegen die von ihr geplanten Arbeitsmarkt- und Rentenreformen.

    Die landesweiten Demonstrationen gelten als die größten Proteste in der jüngeren Geschichte Kolumbiens. Nach Schätzungen der Polizei nahmen insgesamt 207.000 Menschen teil. Duques Regierung schickte 170.000 Einsatzkräfte auf die Straßen, um die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten.

    Bei der anfangs friedlichen Kundgebung kam es später zur Ausschreitungen. Demonstranten bewarfen die Polizisten mit Steinen, die daraufhin Tränengas einsetzten. Zudem versuchten sich Protestierende Zugang zum Kongress zu verschaffen.

    mka/gs

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    Einfluss, USA, Südamerika